VW-Aufsichtsratsspitze will an Pötsch und Diess festhalten

Die Spitze des VW -Aufsichtsrats will trotz der Anklagen gegen Vorstandschef Herbert Diess und Chefaufseher Hans Dieter Pötsch wegen mutmasslicher Marktmanipulation an den beiden Spitzenmanagern festhalten. Auch aus heutiger Sicht könne das Präsidium des Aufsichtsrates weiterhin keine vorsätzlich unterlassene Information des Kapitalmarkts erkennen, teilte der innere Zirkel des VW-Kontrollgremiums am Dienstag nach einer kurzfristig einberufenen Sitzung in Wolfsburg mit. "Aus diesem Grund soll die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstandsvorsitzenden fortgesetzt werden", hiess es in der Erklärung.
24.09.2019 16:10

Die erheblichen Kursverluste der VW-Aktien seien in der damaligen völlig unerwarteten Mitteilung der US-Behörden zur Abgasmanipulation begründet, teilte die Aufsichtsratsspitze mit. Der VW-Vorstand habe diese nicht vorhersehen können. Nach einer rechtlichen Beratung durch Anwälte sei vielmehr davon auszugehen gewesen, dass zunächst eine einvernehmliche Lösung mit den US-Behörden erarbeitet werden könne.

Der Aufsichtsrat werde nun am Mittwoch zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammenkommen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zuvor mitgeteilt, Pötsch, Diess und Ex-VW-Vorstandschef Martin Winterkorn wegen Marktmanipulation im Zuge der Abgaskrise anzuklagen. Ihnen wird vorgeworfen, Anleger im Jahr 2015 nicht rechtzeitig über die Risiken der Dieselaffäre informiert zu haben./men/DP/jha

(AWP)