VW-Chefs nutzten Konzernflieger für Urlaubsreisen

Berlin (awp/sda/afp) - VW-Manager seien jahrelang mit den Firmenjets des Autobauers in den Urlaub geflogen und hätten weitere Privilegien genossen. 2014 habe der damalige Verwaltungsratspräsident Ferdinand Piëch durchgegriffen und die Rückerstattung von Geldern gefordert, berichtete die "Bild am Sonntag".
04.12.2016 15:07

Der Verwaltungsrat habe den Nebenleistungskatalog für Top-Manager "im Jahr 2014 konkretisiert", zitierte die Zeitung einen VW-Sprecher.

Es wurden dem Bericht zufolge Sonderleistungen gestrichen und Rückzahlungen von Reisekosten in Millionenhöhe verlangt. Volkswagen unterhält eine eigene Flotte mit neun Jets am Flughafen Braunschweig.

Einige Top-Manager flogen dem Bericht zufolge sogar mit der ganzen Familie im Firmenjet in den Urlaub, wofür sie maximal Linienflug-Preise gezahlt hätten. 2014 habe Piëch die Reisekosten seiner Manager einzeln untersuchen lassen und eine Rückerstattung gefordert.

Alle neun Chefs zahlten dem Bericht zufolge das Geld zurück, darunter der damalige Konzernchef Martin Winterkorn, der heutige Verwaltungsratspräsident Hans Dieter Pötsch, Audi-Chef Rupert Stadler sowie der langjährige Einkaufs-Chef Garcia Sanz.

Meist handelte es sich demnach um sechsstellige Summen, in Einzelfällen auch um mehr als eine Million Euro. Zu den Privilegien gehörten ausserdem äusserst günstige Mieten in VW-eigenen Häusern, die mittlerweile auf marktübliche Preise angehoben wurden.

Der Konzern beauftragte im vergangenen Jahr eine Kanzlei mit einem Rechtsgutachten zu möglichen steuerrechtlichen Folgen. "Die Ausgaben wurden nach den geltenden steuerlichen Grundsätzen korrekt behandelt", sagte ein VW-Sprecher gegenüber der Zeitung.

(AWP)