VW-Skandal: Staatsanwaltschaft hat vier weitere Beschuldigte im Visier

BRAUNSCHWEIG/WOLFSBURG (awp international) - Im VW-Diesel-Skandal gibt es bei den Ermittlungen der Braunschweiger Staatsanwaltschaft Verdachtsmomente gegen vier weitere Personen. "Die Zahl der Beschuldigten im "Diesel-Verfahren" hat sich zwischenzeitlich von 17 auf 21 Beschuldigte erhöht. Es befinden sich nach wie vor keine Vorstandsmitglieder in diesem Kreis", sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe am Dienstag auf Anfrage der dpa. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.
26.07.2016 16:26

Bei den vier neu hinzugekommenen Beschuldigten habe es Durchsuchungen gegeben, sagte Ziehe. Insgesamt stehen damit bisher 30 Personen im Fokus der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen: Nunmehr 21 wegen der Software-Manipulationen an den Diesel-Wagen, sechs wegen falscher CO2-Verbrauchsangaben, zwei wegen Marktmanipulation (VW-Markenchef Herbert Diess und Ex-Vorstandsboss Martin Winterkorn) und eine wegen Datenvernichtung.

Der VW-Konzern hatte sich in der Vergangenheit zu den Vorgängen im Detail nicht äussern wollen und auf eigens beauftragte Ermittlungen durch die Kanzlei Jones Day verwiesen. Ein VW-Sprecher sagte im Juni, diese internen Ermittlungen hätten bis dahin keine Hinweise auf Marktmanipulation durch VW-Markenchef Diess ergeben.

Oberstaatsanwalt Ziehe sagte, dass sich der Diesel-Hauptstrang, bei dem es um Betrug und unlauteren Wettbewerb geht, wohl bis 2017 ziehen dürfte: "Der Abschluss unserer Ermittlungen lässt sich nach wie vor zeitlich nicht weiter konkretisieren, er wird aller Voraussicht nach im Diesel-Verfahren in diesem Jahr nicht mehr möglich sein."/loh/DP/fri/men

(AWP)