VW will Kreditlinie nicht verlängern und an Anleihemarkt zurückkehren

Der Volkswagen-Konzern will seine Finanzierung nach den eingegangenen milliardenschweren US-Vergleichen im Dieselskandal wieder in normale Bahnen lenken. Eine als Überbrückungsfinanzierung gedachte Kreditlinie über 20 Milliarden Euro will das Unternehmen nicht verlängern, dafür aber an den Anleihemarkt zurückkehren, wie Finanzvorstand Frank Witter am Dienstag in Wolfsburg sagte. Im Juni läuft die Kreditlinie aus. VW hatte sie Ende 2015 vereinbart, weil mehrere Ratingagenturen sich nach Bekanntwerden der Manipulation von Diesel-Abgastests negativ zur Bonität und zum Risiko des Konzerns geäussert hatten - eine Aufnahme von Fremdkapital über Anleihen wäre damit teurer geworden.
14.03.2017 15:38

Volkswagen hatte Ende 2016 ein Nettoliquiditätspolster im Konzernbereich Automobile von 27,2 Milliarden Euro. Die Marke von 20 Milliarden Euro werde dieses Jahr wegen der milliardenschweren Auszahlungen für Rechtsvergleiche in den USA und Kanada zeitweise unterschritten, sagte Witter vor Analysten. Das Polster bleibe jedoch komfortabel zweistellig. 2017 fliesst demnach der Grossteil der vom Konzern zugesagten umgerechnet 22,7 Milliarden Euro an Vergleichszahlungen./men/fbr

(AWP)