VW will Rendite im Lkw- und Busgeschäft deutlich ausbauen

Volkswagen (VW) will in seinem Geschäft mit Lkws und Bussen in diesem Jahr von einem guten Auftragseingang profitieren und profitabler werden. Auch im schwierigen Markt Brasilien will VW Truck & Bus in diesem Jahr die Wende hinbekommen. "Im zweiten Halbjahr 2017 erwarten wir eine leichte Erholung der Nachfrage" auf dem in den letzten Jahren eingebrochenen Nutzfahrzeugmarkt, sagte Spartenchef Andreas Renschler am Montag in München.
20.03.2017 13:01

"Wir wollen das Ergebnis nochmal deutlich steigern", sagte Finanzchef Matthias Gründler. Die Rendite solle bei normaler Marktlage ebenfalls wachsen. Im vergangenen Jahr hatte der Nutzfahrzeugverbund aus MAN , Scania und den in Brasilien mit dem VW-Logo vermarkteten Fahrzeugen vor Sondereffekten die Umsatzrendite von 5,0 auf 6,1 Prozent gesteigert. Einen konkreten Zielwert für 2017 wollten die Manager nicht nennen.

In den kommenden Jahren peilt VW-Truckvorstand Renschler auch dank geplanter Einsparungen aus der Entwicklungs- und Einkaufskooperation mit dem US-Hersteller Navistar im Mittel 9 Prozent an. Bei entsprechend guter Marktlage könne die Rendite auch zeitweise 2 bis 3 Prozentpunkte höher liegen. Durch gemeinsame Entwicklungsarbeit, die allen Marken zu gute kommen soll, will Renschler die jährlichen Kosten bis 2025 nach wie vor um eine Milliarde Euro senken.

Der Auftragseingang des vergangenen Jahres soll der Sparte mit den grossen VW-Nutzfahrzeugen 2017 Auftrieb verleihen - zu dem Geschäft gehören nicht die kleineren VW-Nutzfahrzeuge wie Transporter und Crafter. Im kommenden Jahr soll es auf dem brasilianischen Markt nach Angaben Renschlers dann eine "richtige Erholung" geben. Anderswo bleibt es schwierig. "Der Markt in der Türkei ist wegen der politischen Situation zum Erliegen gekommen", sagte Renschler.

VW will sich mit Lastern und Bussen weltweit stärker aufstellen und Weltmarktführer Daimler angreifen. "Unser Blick wandert demnächst vor allem nach Asien", bekräftigte Renschler frühere Aussagen. Im kräftig wachsenden China ist der Lkw- und Bushersteller nicht so stark vertreten wie gewünscht. Konkretes gab es nicht zu vermelden, Renschler deutete jedoch Gespräche an: Chinesische Verhandlungen könnten mitunter etwas holprig sein. Zu einem möglichen Börsengang der Nutzfahrzeugholding sagte Renschler, alle Optionen auf dem Weg zum weltweiten Marktführer seien weiter offen./men/stb

(AWP)