VZ Gruppe mit Gewinnrückgang im Halbjahr - Erwartet Rückkehr auf Wachstumskurs

(Mit weiteren Einzelheiten ergänzt)
16.08.2016 08:30

Zürich (awp) - Die VZ Gruppe hat im ersten Halbjahr 2016 das schwierige Umfeld an den Finanzmärkten sowie die Negativzins-Situation zu spüren bekommen. Weil sich die Kunden spürbar zurückhielten, wuchsen die Erträge der Finanzdienstleistungs-Gruppe nur noch leicht an. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten aber wegen des weiteren Ausbaus deutlich stärker als die Erträge, entsprechend fiel der Gewinn unter dem Vorjahreswert aus. Für das zweite Halbjahr erwartet die Gruppe aber eine Rückkehr auf den Wachstumskurs.

Unter dem Strich erwirtschaftete die VZ Gruppe einen Halbjahresgewinn von 40,4 Mio CHF, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 5,8% entspricht, wie den am Dienstag veröffentlichten Semesterzahlen zu entnehmen ist. Der Betriebsertrag wuchs in den ersten sechs Monaten um 1,2% auf 113,8 Mio CHF - im ersten Halbjahr 2015 waren die Einnahmen noch um 19% angestiegen. Der Betriebsaufwand legte dagegen mit einem Plus von 8,0% auf 63,0 Mio klar stärker zu.

Der verlangsamte Ertragsanstieg war zum einen auf die hohe Vergleichsbasis zurückzuführen: Vor Jahresfrist hatte die Aufhebung des SNB-Wechselkurses zu hohen Zusatzerträgen geführt. Zum anderen seien die Kunden aber auch wegen des Börseneinbruchs Anfang 2016 spürbar zurückhaltender gewesen, zudem hätten die Negativzinsen den Ertrag zusätzlich belastet, heisst es in der Mitteilung der VZ Gruppe.

ANHALTENDER KUNDENZUSTROM

Weiterhin "ungebremst" sei der Zustrom an Kunden - auch in unsicheren Zeiten würden die Kunden die Expertise der VZ Gruppe suchen, schreibt die Finanzdienstleisterin. Insgesamt flossen der Finanzdienstleistungs-Gruppe Netto-Neugelder in Höhe von 1,01 Mrd CHF zu gegenüber 1,11 Mrd im Jahr davor. Die Abnahme spiegle die Zurückhaltung der Kunden, neue Engagements einzugehen. Die verwalteten Vermögen legten auf 17,3 Mrd zu, nachdem sie Ende 2015 noch bei 16,5 Mrd gelegen hatten.

Viele Kunden liessen im ersten Halbjahr hohe Geldbeträge auf dem Konto stehen, statt sie zu investieren. Das führte laut der Mitteilung zu einem starken Anstieg der Bilanz um 16,2% auf 2,3 Mrd CHF. Die Kapitalisierung bleibt im Branchenvergleich hoch: Die Eigenkapitalquote belief sich auf 16,5% (Ende 2015: 18,8%), die Kernkapitalquote (CET1) belief sich auf 26,5% (Ende 2015: 28,7%).

Wie angekündigt hat die VZ Gruppe ihr Finanzportal weiterentwickelt: Die Lösung "MeinFinanzportal" löse das bisherige E-Banking ab und gehe noch weiter, heisst es in der Mitteilung. Es handle sich um ein "persönliches Cockpit", von dem aus die Kunden eine tagesaktuelle Übersicht über ihre gesamten Finanzen hätten. Ebenfalls "gut im Plan" sei die Gründung einer Bank in Deutschland im nächsten Jahr.

GEHALTENER GEWINN 2016 ERWARTET

Mit den vorgelegten Zahlen hat die Vermögensverwalterin die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen können. Vor allem den Betriebsertrag hatten sie mit 118,5 Mio CHF deutlich höher erwartet, aber auch den Gewinn hatten die Experten im Schnitt mit 42,3 Mio CHF höher prognostiziert. Bei den verwalteten Vermögen lag der Konsens mit 17,4 Mrd nur leicht höher.

Für das zweite Halbjahr erwartet die VZ Gruppe, wieder auf den Wachstumskurs zurückzukehren. Für das gesamte Jahr 2016 rechnet die Gruppe mit einem "ähnlichen Gewinn wie 2015, sofern weitere Verwerfungen an den Börsen ausbleiben". Zudem zeigen sich die Verantwortlichen zuversichtlich, dass sich das Wachstum gestützt auf das "robuste Geschäftsmodell und die eingeleiteten Entwicklungsschritte" im kommenden Jahr fortsetzen und auch in den Finanzzahlen niederschlagen werde.

tp/hr

(AWP)