Wacker Chemie erhöht nach robustem Halbjahr Ergebnis-Prognose

(Ausführliche Fassung) - Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hat auch im zweiten Quartal von einer robusten Nachfrage im Chemiegeschäft profitiert und die Ergebnis-Prognose erhöht. Das operative Ergebnis (Ebitda) dürfte nun im laufenden Jahr auf bereinigter Basis bei 900 bis 935 Millionen Euro liegen, teilte der MDax -Konzern am Freitag mit. Das entspreche am oberen Ende dem bereinigten operativen Ergebnis des Vorjahres. Bisher war ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet worden. Grund für die Anhebung sei neben dem gut laufenden Chemiegeschäft ein wohl höher als erwartetes Beteiligungsergebnis des Waferherstellers Siltronic .
28.07.2017 09:39

Der Halbleiter-Grundstoff-Spezialist Siltronic, an dem Wacker noch 30,8 Prozent hält, sieht sich nach der jüngsten Prognoseanhebung auf Kurs. "Aufgrund der Vollauslastung konnten wir Preiserhöhungen schneller durchsetzen als erwartet", sagte Siltronic-Chef Christoph von Plotho am Freitag bei der Zahlenvorlage. Er hatte vor gut zwei Wochen nach einem deutlichen Preisanstieg die Prognosen zum zweiten Mal erhöht. Der Umsatz dürfte nun auf mindestens 1,12 Milliarden Euro klettern. Die Ebitda-Marge dürfte bei mindestens 27 Prozent liegen, bekräftigte er. Grund für die Zuversicht war ein deutlicher Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise und die Aussicht auf weitere Preiserhöhungen.

Auch Wacker Chemie-Chef Rudolf Staudigl zeigte sich zuversichtlich: "Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sind wir weiter auf einem guten Weg, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen." Der Umsatz dürfte im laufenden Jahr weiter im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Die Ebitda-Marge werde unverändert etwas unter dem Vorjahreswert von 20,6 Prozent liegen. Insgesamt niedrigere Produktpreise und steigende Rohstoffpreise belasteten.

Im zweiten Quartal sorgte eine starke Nachfrage aus der Bauindustrie bei Wacker Chemie für ein leichtes Umsatzwachstum von 1,6 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro. Der Gewinn erhöhte sich mit 2,7 Prozent auf 60,5 Millionen Euro etwas stärker. Im ersten Quartal hatte der Konzern dank hoher Erlöse aus dem Siltronic-Anteilsverkauf bereits einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnet. Nun wurden die Vorjahreswerte entsprechend angepasst. Wacker-Aktien legten im frühen Handel um 1 Prozent zu, während Siltronic-Aktien wegen Gewinnmitnahmen 1,5 Prozent verloren.

Bei Siltronic ist trotz des jüngsten Preisanstiegs bei Wafern, die die Basis für Computerchips bilden, offenbar noch keine Entscheidung über einen Ausbau der Kapazitäten gefallen. Bisher seien die Preiserhöhungen noch nicht so hoch, dass ein Kapazitätsausbau wirtschaftlich gerechtfertigt sei, erklärte Siltronic-Chef von Plotho. "Wir bewegen uns jedoch eindeutig in die richtige Richtung."

Die höheren Preise sorgten im zweiten Quartal bereits für Schwung: Unter dem Strich verdiente Siltronic 35,2 Millionen Euro, nach 0,9 Millionen ein Jahr zuvor. Im in der Branche üblichen Quartalsvergleich verdoppelte sich der Wert. Wie bereits bekannt legte der Umsatz dank höherer Preise im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 283,1 Millionen Euro zu. Der operative Gewinn (Ebitda) hat sich mit 72,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Ertrags-Marge kletterte auf 25,7 Prozent./jha/nas/stb

(AWP)