Wacker Chemie hält Dividende stabil - Siltronic zuversichtlich für 2017

(Ausführliche Fassung) - Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hält trotz eines Gewinnrückgangs die Dividende stabil. Die Ausschüttung soll wie im Vorjahr 2,00 Euro je Aktie betragen, wie der MDax -Konzern am Dienstag in München mitteilte. Der Überschuss litt im abgelaufenen Jahr unter höheren Abschreibungen nach der Fertigstellung eines milliardenschweren Werkes im US-Bundesstaat Tennessee. Er ging um 21,7 Prozent auf 189,3 Millionen Euro zurück. Beim Umsatz verzeichnete der Konzern, wie bereits Anfang Februar mitgeteilt, dank eines Schlussspurts ein Plus von 2 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro.
14.03.2017 09:21

"Wacker ist in einer sehr guten Verfassung", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl laut Mitteilung. Er erwarte steigende Absatzmengen in allen Geschäftsbereichen. Für das laufende Jahr stellte er ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das operative Ergebnis soll ohne Berücksichtigung von Sondererträgen auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Sollten sich die aktuellen Marktbedingungen fortsetzen, sieht Staudigl zusätzliche Chancen für die Ebitda-Entwicklung. Der Konzerngewinn dürfte ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

In den ersten beiden Monaten habe sich das Geschäft positiv entwickelt. Der Umsatz dürfte im ersten Quartal im Jahresvergleich um fast 7 Prozent auf etwa 1,4 Milliarden Euro zulegen. Zusätzlich zu höheren Absatzmengen verzeichne Wacker vor allem bei Halbleiterwafern bessere Preise. Gegenwind komme von den Rohstoffpreisen. Diese ziehen laut Wacker momentan deutlich an. Das könnte sich auf das Ergebnis auswirken, hiess es nun.

Am Finanzmarkt geriet der Wacker-Aktienkurs mit Abschlägen von über drei Prozent im frühen Handel deutlich unter Druck. Händler verwiesen in ersten Reaktionen auf den Ausblick, der belasten dürfte. Aus Sicht der DZ Bank ist der Ausblick allerdings wie in den Vorjahren vorsichtig. Wacker stellt unter anderem Silicium für die Solar- und Computerchipindustrie her und ist ein wichtiger Lieferant von Dicht- und Klebemassen etwa für die Bau- und Autoindustrie.

Die ebenfalls börsennotierte Tochter Siltronic wiederum stellt Wafer her, die die Basis für Computerchips bilden. Angesichts der hohen Nachfrage zeigte sich Siltronic-Chef Christoph von Plotho bei der Bilanzvorlage am Dienstag optimistisch: "Für 2017 erwarten wir einen Gewinnsprung und eine Ebitda-Marge von mindestens 20 Prozent, wenn nicht sogar deutlich darüber hinaus." Der Umsatz dürfte auf "mindestens" eine Milliarde Euro klettern.

Wie bereits Anfang Februar mitgeteilt hielt die Wacker-Tochter den Umsatz im abgelaufenen Jahr dank des guten Schlussquartals letztlich stabil bei 933,4 Millionen Euro und verzehnfachte das operative Ergebnis (Ebit) auf 27 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 8,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 20,1 Millionen ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage liege über den eigenen Produktionskapazitäten, erklärte von Plotho. Auch die Initiative zur Erhöhung der Verkaufspreise im Geschäftsjahr 2017 sei erfolgreich. Die Nachfrage nach Wafern sei im Verlauf des Jahres 2016 immer weiter gestiegen. Das abgeschlossene Rekordquartal unterstreiche diesen Trend. Wacker hält noch mehr als 50 Prozent an Siltronic./jha/ees/stk

(AWP)