Wacker Chemie und Siltronic werden für 2017 noch optimistischer

(Ausführliche Fassung) - Eine starke Nachfrage im Silikongeschäft sowie weiter brummende Geschäfte der Beteiligung Siltronic stimmen den Spezialchemiekonzern Wacker Chemie für das Gesamtjahr zuversichtlicher. Das Unternehmen hob die Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahr 2017 abermals an und rechnet nun laut einer Mitteilung vom Donnerstag mit 1 Milliarde Euro. Bisher wurden 900 bis 935 Millionen Euro angepeilt. Der Umsatz soll gegenüber dem Vorjahreswert von rund 4,63 Milliarden Euro weiterhin um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen.
26.10.2017 10:40

Auch die ehemalige Tochter Siltronic , an der Wacker Chemie noch mit rund 31 Prozent beteiligt ist, wurde optimistischer. Sie profitiert von einer starken Nachfrage nach Halbleiter-Wafern, die von Chipproduzenten verwendet werden. Vorstandschef Christoph von Plotho rechnet auch im Schlussquartal mit einem weiteren Anstieg der Absatzpreise, wenngleich mit langsameren Tempo.

Für 2017 peilt das Unternehmen nun ein Umsatz von mindestens 1,16 Milliarden Euro an. Beim operativen Ergebnis (Ebitda) sollen davon nun mindestens 29 Prozent hängen bleiben. Bisher wurde ein Umsatz von mindestens 1,12 Milliarden Euro sowie eine Marge von mindestens 27 Prozent erwartet.

Analyst Thomas Becker von der Commerzbank sieht in der weiterhin guten Wafer-Nachfrage wenig Überraschendes und hält den Spielraum für steigende Gewinnerwartungen des Marktes für begrenzt. Die Siltronic-Aktien gaben am Vormittag dennoch leicht nach und entfernten sich damit etwas von ihrem jüngst erreichten Rekordhoch. Auf Sicht von zwölf Monaten sind sie aber mit einem Plus von mehr als 320 Prozent mit Abstand bester TecDax-Wert.

Im dritten Quartal steigerte Siltronic den Umsatz um 30 Prozent auf 308,1 Millionen Euro. Für den in der Halbleiterbranche eher üblichen Vergleich mit dem Vorquartal bedeutete das ein Plus von 9 Prozent. Das operative Ergebnis wuchs auf 106,5 Millionen Euro. Die Ertragsmarge kletterte auf 34,6 Prozent. Unter dem Strich verdiente Siltronic mit 66 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im zweiten Jahresviertel.

Auch für die ehemalige Mutter Wacker Chemie lief es im dritten Quartal gut. Zwar bekam der im Index der mittelgrossen Werte MDax gelistete Konzern Gegenwind durch den stärkeren Euro und höhere Rohstoffkosten zu spüren, eine starke Nachfrage nach Silikonen und Polysilizium - einem Grundstoff für die Solarindustrie - machten das aber mehr als wett. "In beiden Bereichen verzeichnen wir neue Absatzrekorde," sagte Konzernchef Rudolf Staudigl laut Mitteilung.

Insgesamt steigerten die Bayern den Umsatz im vergangenen Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro. Das Ebitda legte um 13 Prozent auf 298 Millionen Euro zu. Das Ergebnis schnellte sogar um mehr als 50 Prozent auf 104 Millionen Euro nach oben. Vor allem eine hohe Nachfrage nach Silikonen lieferte gewinnseitig Rückenwind. Besonders gut entwickelte sich laut dem Unternehmen beispielsweise das Geschäft mit Silikonen für die Elektronikindustrie und für Textilanwendungen. Das Ebitda in diesem Geschäftsbereich stieg um mehr als ein Viertel auf 128 Millionen Euro.

Bei den Anlegern kamen die Zahlen und der neue Ausblick gut an: Die Wacker-Chemie-Aktien erklommen am Vormittag bei 129 Euro den höchsten Stand seit 2011. Zuletzt waren sie mit 1,60 Prozent auf 126,95 Euro unter den Favoriten im MDax. Seit Ende Juni haben sie damit um rund ein Drittel zugelegt./mis/zb/oca

(AWP)