Wacker Chemie zeigt sich für Gesamtjahr weiter zuversichtlich

(Ausführliche Fassung)
28.07.2016 10:21

MÜNCHEN (awp international) - Der Spezialchemiekonzern Wacker bleibt trotz eines kräftigen Gewinnrückgangs im zweiten Quartal optimistisch für das laufende Jahr. "Wacker ist nach den ersten sechs Monaten operativ auf einem guten Kurs", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag in München. Mitte Juli hatte der MDax-Konzern bereits Eckdaten veröffentlicht und sich dabei für das Gesamtjahr einen Tick optimistischer gezeigt. An der Börse belastete eine Abstufung durch einen Analysten den Aktienkurs. Der Kurs stand im frühen Handel leicht unter Druck.

Im zweiten Quartal legte der Umsatz dank deutlich höherer Absatzmengen bei Silikonen, Polymerprodukten und Polysilizium im Jahresvergleich um 1,1 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro zu. Dabei profitierte der Konzern etwa von einer starken Nachfrage in der Bauindustrie. Die gegenüber dem Vorjahresquartal gesunkenen Preise, vor allem für Reinstsilizium und für Halbleiterwafer, glich der Konzern mehr als aus. Wegen höherer Abschreibungen halbierte sich der Gewinn unter dem Strich fast auf 58,9 Millionen Euro. In den USA fährt der Konzern die Produktion von Solarsilizium hoch.

Der Absatz von Siliziumwafern sei im zweiten Quartal nach wie vor verhalten gewesen, hiess es. In den Chemiebereichen und im Polysiliziumgeschäft sei die Nachfrage dagegen anhaltend hoch. Auch die im Vergleich zum Jahresbeginn spürbar besseren Preise für Polysilizium wirkten positiv. Das operative Ergebnis (Ebitda) ging im zweiten Quartal wie bereits bekannt um 8,8 Prozent auf 300 Millionen Euro zurück. Vor einem Jahr hatte Wacker davon profitiert, dass Solarkunden hohe Schadenersatzzahlungen leisteten, weil sie langfristige Verträge auflösten.

Für das laufende Jahr gab sich Wacker bei Vorlage der Eckzahlen etwas optimistischer. Das operative Ergebnis dürfte 2016 am oberen Ende der angegebenen Spanne liegen, bekräftigte das Management nun. Wacker hatte eine Steigerung des um Sondererträge bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 5 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt. Dabei dürfte der Konzernumsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen./jha/stw/fbr

(AWP)