Wacker hält trotz Dämpfer im Solarsilicium-Geschäft an Zielen fest

MÜNCHEN (awp international) - Der Spezialchemiekonzern Wacker bleibt trotz eines Umsatzrückgangs im dritten Quartal und eines Dämpfers im Geschäft mit Solarsilicium optimistisch für das laufende Jahr. "Wacker hat sich unter nicht immer einfachen Rahmenbedingungen gut geschlagen", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag in München. Der Umsatz sank im dritten Quartal wegen niedrigerer Preise zwar um ein Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Doch der Gewinn legte um 16 Prozent auf 67,5 Millionen Euro zu. Vor Zinsen und Steuern ergab sich wegen höherer Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr aber ein Rückgang um 8 Prozent auf 115,2 Millionen Euro. Die Kennzahlen lagen im Rahmen der Analysten-Erwartungen.
27.10.2016 10:12

Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv. Die Aktien legten im frühen Handel um 1,81 Prozent zu und waren damit Spitzenreiter im MDax . Analysten zeigten sich zunächst wenig überrascht. DZ-Bank-Experte Peter Spengler lobte aber die Ergebnisse im Chemiegeschäft als sehr stark. Neben Solarsilicium ist Wacker auch ein wichtiger Lieferant von Dicht- und Klebemassen etwa für die Bau- und Autoindustrie. Die Halbleitertochter Siltronic , an der Wacker noch mehr als die Hälfte der Anteile hält, hatte sich am Morgen nach einem robusten dritten Quartal für die Umsatzentwicklung etwas optimistischer gezeigt.

Das Marktumfeld für das Geschäft mit Reinstsilicium sei schwierig geblieben, weil Solarkunden im September deutlich weniger Material bestellt hätten als in den vorangegangenen Monaten, erklärte Staudigl. Inzwischen mehrten sich aber die Signale, dass sich die Nachfrage wieder belebe. Die chinesische Regierung hatte die Ausbauziele im Sommer deutlich gesenkt. Dies drückte auf die Preise für Solar-Module.

An seinen Zielen für das Gesamtjahr hielt Staudigl fest. Das operative Ergebnis dürfte 2016 weiter am oberen Ende der angegebenen Spanne liegen. Wacker hatte eine Steigerung des um Sondererträge bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 5 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt. Dabei dürfte der Konzernumsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. 2015 hatte Wacker bei einem Umsatz von 5,3 Milliarden Euro ein Ebitda von gut einer Milliarde erwirtschaftet./jha/stw/fbr

(AWP)