Walliser KB erhöht Reingewinn leicht - Schnelles Hypothekarwachstum

(Meldung mit Aussagen aus MK sowie Aktienentwicklung ergänzt) - Die Walliser Kantonalbank (WKB) hat im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn leicht erhöht. Allerdings wurde das operative Ergebnis von einer Zuweisung an die Pensionskasse des WKB-Personals belastet. Im Hypothekarmarkt ist die Kantonalbank im vergangenen Jahr schnell gewachsen. Die Aktionäre erhalten eine um 11% erhöhte Ausschüttung von 3 CHF pro Namenaktie.
08.03.2017 16:27

Unter dem Strich resultierte ein um 1,3% gestiegener Jahresgewinn von 57,5 Mio CHF, wie die WKB am Mittwoch mitteilte. Wegen der Zuweisung von 11 Mio CHF an die Pensionskasse resultierte ein klar gesunkener Geschäftserfolg von 100,3 Mio CHF (+9,2%). An der Sanierung der Pensionskasse beteiligt sich auch des WKB-Personal mit einer Erhöhung des Rentenalters auf 64 von 62 Jahren, zudem wird der technische Zinssatz auf 2,00% von 2,75% gesenkt.

NEGATIVZINSEN AN SNB BEZAHLT

Im wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, konnte das Institut im vergangenen Jahr den Nettoerfolg um 4,3% auf 165,4 Mio CHF erhöhen. Dabei profitierte sie allerdings von Auflösungen von Wertberichtungen für Kreditrisiken, nachdem sie im Vorjahr noch Wertberichtigungen gebildet hatte. Der Bruttoerfolg lag dagegen um 1% im Minus. Die WKB verwies dabei auf das andauernde Umfeld mit Negativzinsen, den sie "an den Grossteil der Kunden nicht weitergebe."

Seit einigen Monaten habe die Kantonalbank auch bei ihren SNB-Guthaben die von Negativzinsen befreite Freigrenze überschritten, sagte CEO Pascal Perruchoud an der Bilanzmedienkonferenz in Sitten. Insgesamt hätten die Negativzinsen die WKB über 1 Mio CHF gekostet.

SCHLECHTES KAPITALMARKTKLIMA

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft verzeichnete die Bank eine Abnahme von 3,3% auf 34,7 Mio CHF, wofür sie dafür das "schlechte Kapitalmarktklima" und einen verschärften Regulierungsrahmen in der Vermögensverwaltung verantwortlich macht. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft, das hauptsächlich den Devisenhandel umfasst, legte um 20% auf 23,8 Mio CHF zu.

Der Geschäftsaufwand lag wegen der hohen Zuweisung an die Pensionskasse um 14% über dem Vorjahr bei 118,4 Mio CHF. Ohne die einmalige Zuweisung stieg der Aufwand noch um 2,9%. Grund war eine Erhöhung des Personalbestands im Filialnetz sowie an gewissen Schlüsselpositionen. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis vor Abschreibungen betrug 51,7% - ohne die ausserordentliche Zahlung lag es bei 46,9%.

SCHNELLES KREDITWACHSTUM

Die Kundenausleihungen nahmen per Ende Jahr um 3,7% auf 11,3 Mrd zu, wobei die Zunahme auf die den starken Zuwachs der Hypothekarforderungen um 5,9% zurückzuführen war. Die Hypothekarkredite würden "in Übereinstimmung mit der Kreditvergabestrategie und ohne Anpassung im Bereich der Risikopolitik" vergeben, betonen die Bankverantwortlichen.

Die Kundeneinlagen stiegen im vergangenen Jahr um 2,6% auf 9,3 Mrd CHF. Im Rahmen der Refinanzierung ihres Geschäfts erhöhte die WKB zudem ihre Anleihen und Pfandbriefdarlehen um 389 Mio CHF.

GEHALTENES ERGEBNIS 2017

Für das laufende Jahr rechnet die WKB mit Geschäftsergebnissen "auf dem Niveau der Vorjahre", dies in einem weiterhin eher unsicheren Wirtschaftsumfeld. Das Jahresergebnis 2017 werde "dem guten Ergebnis 2016" nicht nachstehen, zeigten sich die Verantwortlichen überzeugt. Längerfristig wolle die WKB den Aktionären bis zu 60% des Gewinns ausschütten. Im vergangenen Jahr lag die Ausschüttungsrate bei 56,6%.

Wie an der Medienkonferenz zudem bekannt wurde, scheiden Vizepräsident Jean-Pierre Bringhen und Olivier Dumas wegen der Amtszeit-Beschränkung aus dem Verwaltungsrat aus. Der Walliser Staatsrat werde an der kommenden Generalversammlung vom 26. April zwei Nachfolger nominieren.

Am Aktienmarkt sind die Resultate der Walliser Staatsbank freundlich aufgenommen worden. Die WKB-Aktie notiert am frühen Mittwochnachmittag an einem leicht schwächeren Gesamtmarkt (SPI -0,1%) um 1,4% im Plus auf 81,30 CHF.

tp/mk

(AWP)