Waschmittel und Zukäufe halten Henkel auf Kurs

(Ausführliche Fassung) - Gute Geschäfte mit Waschmitteln haben beim Konsumgüterkonzern Henkel im vergangenen Jahr das Wachstum angekurbelt. Auch die jüngsten Zukäufe zahlten sich aus. Für 2016 wies der Persil-, Loctite- und Schwarzkopf-Hersteller am Donnerstag neue Bestmarken bei Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis aus und kündigte zudem die nach eigenen Angaben höchste Dividende in der Unternehmensgeschichte an.
23.02.2017 09:39

Die Börse zeigte sich davon unbeeindruckt. Die Aktie gab im frühen Handel sogar fast ein Prozent nach. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, da das Papier zuletzt gut gelaufen sei. Einige Experten hatten sich zudem einen besseren Ausblick erhofft.

WECHSELKURSEFFEKTE BREMSEN

Der Umsatz stieg 2016 um 3,5 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 18,7 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Gebremst wurde Henkel dabei von Wechselkurseffekten. Positiv wirkten sich hingegen Zukäufe aus. Gleich fünfmal hat der Konzern im vergangenen Jahr zugeschlagen. Der grösste Zukauf war der des amerikanischen Waschmittelherstellers Sun Products für 3,2 Milliarden Euro, mit dem Henkel nun bei Waschmitteln die Nummer zwei in den USA ist, auch wenn zu Marktführer Procter & Gamble noch eine gewaltige Lücke klafft.

Aus eigener Kraft, also ohne den Einfluss von Zu- und Verkäufen sowie Währungseffekten, konnte Henkel um 3,1 Prozent zulegen. Das stärkste Wachstum verzeichneten dabei die Wasch- und Reinigungsmittel, gefolgt vom Klebstoffgeschäft. Henkel ist der grösste Klebstoffhersteller der Welt und wichtiger Lieferant für die Auto- oder Elektronikindustrie. Entsprechend abhängig ist der Bereich auch vom Verlauf der Konjunktur.

KOSTENEINSPARUNGEN HELFEN

Die kleinste Henkel-Tochter ist die Kosmetik. Hier muss sich der Konzern gegen stärkere Wettbewerber behaupten wie beispielsweise L'Oreal und kann kaum Preiserhöhungen durchsetzen. Der Umsatz in Westeuropa ging daher zurück.

Beim Gewinn halfen dem Konzern Kosteneinsparungen. Der bereinigte operative Gewinn kletterte um 8,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Herausgerechnet wurden dabei Restrukturierungsaufwendungen, die unter anderem durch die Zusammenlegung der Zentralen in den USA und die Integration von Sun Products anfielen.

DIVIDENDENPLUS BEI 10 PROZENT

Unter dem Strich verdiente der Hersteller 2,1 Milliarden Euro und damit 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aktionäre sollen eine um gut 10 Prozent höhere Dividende von 1,62 Euro je Vorzugsaktie erhalten.

Im laufenden Jahr stellt sich Henkel weiter auf ein sehr volatiles und unsicheres Marktumfeld ein. Der Umsatz soll aus eigener Kraft um 2 bis 4 Prozent zulegen und die bereinigte operative Marge von 16,9 Prozent im Vorjahr auf über 17 Prozent steigen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt der Konzern ein Plus von 7 bis 9 Prozent in Aussicht./she/ees/stk

(AWP)