Wegen Brexit dürften laut Umfrage zunächst 10'000 Jobs verlagert werden

Wegen des geplanten Austritts Grossbritannies aus der EU dürften anfangs rund 10'000 Jobs bei Banken und Finanzdienstleistern nach Kontinentaleuropa verlagert werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters bei 123 Firmen aus der Finanzbranche, die am Montag veröffentlicht wurde.
18.09.2017 16:13

39 der Unternehmen, die rund 350'000 Menschen beschäftigen, haben bereits detaillierte Pläne, was Verlagerungen aus London in andere Finanzzentren angeht. In der britischen Hauptstadt, dem noch vor New York mit Abstand grösstem Finanzplatz der Welt, arbeiten in der Bankenbranche inklusive der beratenden und unterstützenden Dienstleistungen rund 1,1 Millionen Menschen.

Der Umfrage zufolge dürfte Frankfurt der grosse Gewinner bei den Job-Verlagerungen sein. In der Mainmetrople sollen demnach 5470 Stellen nach dem Brexit neu entstehen - darunter sind allerdings auch 4000 der Deutschen Bank, die bislang noch keine genauen Zahlen genannt hat. Es wird allerdings erwartet, dass die grösste deutsche Bank im Zuge des Brexit mindestens 4000 ihrer Stellen von der Themse an den Main verlegen wird.

Auf Platz zwei der Brexit-Profiteure dürfte mit 1800 Jobs Paris stehen. Dorthin will alleine die britische Grossbank HSBC rund 1000 Arbeitsplätze verlagern.

Klar wurde in der Umfrage auch, dass viele Befragte nicht nur eine, sondern mehrere Wellen an Jobverlagerungen aus London erwarten - wenn schrittweise mehr Details über die Folgen des Brexit für die Finanzindistrie klar werden. Mit dem Zuzug von rund 8000 Brexit-Bankern in den kommenden Jahren alleine nach Frankfurt rechnet etwa die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), wie sie kürzlich erklärte.

Die Lobbyorganisation Frankfurt Main Finance hatte kürzlich mitgeteilt, sie erwarte rund 10'000 Banker neu im Rhein-Main-Gebiet. Grossbritannien wird nach dem bisherigen Stand der Planungen die EU im Frühjahr 2019 verlassen.

(AWP)