Weko erlässt gegen UPC keine vorläufigen Massnahmen wegen Eishockey-TV-Rechten

(Mit Aussagen eines Swisscom-Sprechers zu einem möglichen Weiterzug ergänzt) - Die Wettbewerbskommission (Weko) geht im Fall der Eishockey-TV-Rechte vorläufig nicht gegen die Kabelnetzbetreiberin UPC vor. Es würden keine vorsorglichen Massnahmen ergriffen, obwohl es Anhaltspunkte für ein wettbewerbswidriges Verhalten des Unternehmens gebe, teilt die Behörde am Mittwoch mit.
12.07.2017 08:37

Es drohe keine "nachhaltige und irreversible Änderung der Marktstruktur auf Ebene der TV-Plattformen", heisst es zur Begründung. Konkurrenten von UPC dürfte es möglich sein, verlorene Kunden mit guten Angeboten und guten Dienstleistungen wieder zurück zu gewinnen, selbst wenn der UPC das allenfalls unzulässige Verhalten erst am Ende der laufenden Untersuchung untersagt werden sollte, schreibt die Weko weiter.

Die Weko hatte im Mai 2017 eine Untersuchung gegen die UPC wegen Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung eröffnet. Konkret geht es um die Frage, ob UPC der Konkurrenz die Eishockeyübertragungen ungerechtfertigterweise vorenthält.

Geklagt hatte die Swisscom, nachdem sich UPC geweigert hatte, der Swisscom die Übertragung von Eishockeyspielen zu ermöglichen. UPC hatte die Übertragungsrechte im vergangenen Sommer für fünf Jahre ersteigert. Ab der kommenden Saison 2017/2018 überträgt sie die Spiele der Schweizer Eishockeyligen über ihren neuen Sport-TV-Sender MySports. Die Swisscom hatte das Nachsehen. Sie hatte daher laut der Weko auch die Prüfung vorsorglicher Massnahmen verlangt.

SWISSCOM PRÜFT WEITERZUG

Der Weko-Entscheid kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden. Ob dies die Swisscom tun wird, ist noch offen, wie ein Firmensprecher auf Anfrage sagte. Dies werde derzeit geprüft.

"Wir bedauern diese Entscheidung", lässt sich Dirk Wierzbitzki, Leiter Products und Marketing bei Swisscom, zudem in einer separaten Mitteilung des Telekomkonzerns zitieren. "Dass die Hockey-Fans unter unseren Kunden als einzige Gruppe ausgesperrt werden, ist ganz klar eine Diskriminierung", meint er weiter. Die Swisscom werde deshalb weiter dafür kämpfen, dass ihre Kunden nicht auf das Schweizer Liga-Eishockey verzichten müssten.

rw/cf

(AWP)