Weko hat kein Gehör für Swatch - Einvernehmliche Regelung bleibt bestehen

(Mit weiteren Details und Stellungnahme von Swatch ergänzt)
27.10.2016 08:37

Bern (awp/sda) - Die Wettbewerbskommission (WEKO) bleibt dabei: Der Uhrenkonzern Swatch muss die übrigen Uhrenhersteller bis 2019 mit mechanischen Werken beliefern. Der Uhrenkonzern wollte sich von dieser Pflicht befreien.

Mit dem am Donnerstag publizierten Entscheid der Weko bleibt somit alles beim Alten: Die Swatch-Tochter ETA muss die Konkurrenz mit mechanischen Uhrwerken beliefern, doch die Lieferung darf bis 2019 stufenweise reduziert werden. Dieser Kompromiss geht auf einen Entscheid zurück aus dem Jahr 2013.

Swatch hat bei den Uhrwerken und Assortiments eine marktbeherrschende Stellung. Darum muss die Tochter ETA die Konkurrenz beliefern. Swatch möchte dieses Monopol loswerden und lieber nur für sich produzieren. Doch ein sofortiger Rückzug von Swatch würde die Branche überfordern: Niemand sonst ausser Swatch wäre zum jetzigen Zeitpunkt parat, in die Bresche zu springen.

Die Marktverhältnisse würden sich aber in die erwartete Richtung entwickeln, heisst es bei der Weko. Eine Anpassung des vereinbarten Lieferregimes zum jetzigen Zeitpunkt würde die Auf- und Ausbaupläne der Konkurrenten von ETA sogar gefährden.

SWATCH BEDAUERT ENTSCHEID - PREISERHÖHUNGEN BEI ETA MÖGLICH

Swatch bedauert den Entscheid der Weko. Man werde gezwungen, unter erheblichen finanziellen und personellen Aufwendungen Produktionskapazitäten für Drittkunden aufrecht zu erhalten, obwohl diese ihre Bestellmengen teilweise drastisch reduziert oder ganz fallengelassen hätten.

Obwohl Grosskunden wie Sellita oder Tudor ihre Bestellungen für das Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um insgesamt rund 700'000 Stück reduziert haben, und die Differenz zwischen der tatsächlich bestellten Menge und der ungenutzten Kapazität knapp 900'000 Stück beträgt, müsse ETA die festgelegten Kapazitäten für die kommenden Jahre aufrechterhalten, um ihrer Lieferverpflichtung im Sinne der Weko nachzukommen, so der Konzern.

Um die anfallenden Mehrkosten aufgrund der erzwungenen Lieferbereitschaft decken zu können, werde die ETA massive Preiserhöhungen ins Auge fassen müssen, heisst es schliesslich.

cp/ys

(AWP)