Wells Fargo streicht erneut Millionen-Boni wegen Scheinkonten-Skandal

Die US-Grossbank Wells Fargo hat zwei ehemaligen Managern in der Affäre um fingierte Konten weitere Bonuszahlungen in Höhe von 75 Millionen Dollar (71 Mio Euro) gestrichen. Ex-Vorstandschef John Stumpf seien zusätzliche 28 Millionen Dollar an Aktienoptionen aberkannt worden, teilte das Geldhaus am Montag mit.
10.04.2017 16:06

Dem ehemaligen Bankchef, der im Oktober seinen Hut nehmen musste, waren zuvor bereits Sondervergütungen über 41 Millionen Dollar abgezogen worden. Die bis zum Skandal für das Privatkundengeschäft zuständige Carrie Tolstedt soll weitere 47 Millionen Dollar an Boni verlieren, nachdem ihr bereits 19 Millionen gestrichen worden waren.

Wells Fargo hatte im September eingeräumt, dass Angestellte mehr als zwei Millionen Spar- und Kreditkarten-Konten ohne Erlaubnis der Kunden eingerichtet hatten. Tausende Mitarbeiter wurden deshalb gefeuert. US-Behörden brummten der Bank bereits Bussgelder von mehr als 185 Millionen Dollar auf, weitere Strafen könnten folgen.

Nun veröffentlichte Wells Fargo einen Bericht zur Untersuchung der Affäre. Der 113 Seiten lange Report kommt zu dem Schluss, dass die Führungsriege der Bank Hinweise auf dubiose Verkaufspraktiken über Jahre vernachlässigte. Verantwortliche Manager wie Stumpf und Tolstedt seien nicht ausreichend gegen die Probleme vorgegangen./hbr/DP/jha

(AWP)