Weniger aber grössere Firmenübernahmen in der Schweiz

Zürich (awp/sda) - Die Zahl der Fusionen und Übernahmen von Unternehmen in der Schweiz ist im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen. Der Kauf des Basler Agrarchemiekonzerns Syngenta durch den chinesischen Chemiegiganten ChemChina führte aber zu einem beinahe doppelt so hohen Volumen.
01.07.2016 12:23

In den ersten sechs Monaten gab es 164 Fusionen und Übernahmen mit Schweizer Beteiligung, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Beratungsunternehmens KPMG hervorgeht. Dies entspricht einem Rückgang von 9% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im zweiten Quartal kam es zu einem deutlichen Anstieg der Transaktionen um 38%, nachdem sich die Investoren im ersten Quartal noch stärker zurückgehalten hatten. Auch die Grösse der Deals nahm im zweiten Quartal stark zu, das Volumen der grössten zehn Transaktionen stieg deutlich.

Insgesamt stieg das Volumen im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94%.

INVESTITIONSHUNGER DER CHINESEN

Die mit Abstand grösste Transaktion war mit einem Kaufpreis von 46 Mrd USD die im Februar angekündigte Übernahme von Syngenta durch ChemChina. Der Deal sei sinnbildlich für die gegenwärtige Investitionslust chinesischer Unternehmen im Ausland, schreibt KPMG in seinem M&A-Report (Mergers & Acquisitions).

Der Kauf des Flugcaterers Gategroup durch die chinesische HNA Group über 1,9 Mrd USD gehört ebenfalls zu den zehn grössten Deals des ersten Halbjahrs.

Besonders stark investiert wurde nach Angaben von KPMG in Industrie- und Konsumgüterunternehmen. Als bemerkenswert streicht das Beratungsunternehmen den Kauf von Premier Farnell durch Dätwyler heraus. Den Urner Industriezulieferer legt für den britischen Elektronikgrosshändler 1,15 Mrd USD auf den Tisch.

AUCH FINANZINSTITUTE MISCHEN MIT

Der Rohstoffkonzern Glencore verkaufte für 2,5 Mrd USD einen 40%-Anteil am Agrargeschäft an den kanadischen Pensionsfonds CPPIB. Für Aufsehen sorgte zudem die Übernahme des Reisekonzern Kuoni für 1,4 Mrd USD durch die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT.

In den Top Ten der volumenstärksten Transaktionen befinden sich auch zwei Deals aus dem Finanzdienstleistungsbereich. BTG Pactual kündigte einen geplanten Verkauf der BSI an die EFG International über rund 1 MMrd USD an und die Grossbank Credit Suisse veräusserte ein Kreditportfolio im Wert von knapp 1,3 Mrd USD an die Privatmarkt-Investorin TSSP.

Weiter stiess die Partners Group ihre 2014 erworbene Beteiligung am Gesundheitsdienstleister MultiPlan über 7,5 Mrd USD wieder ab.

(AWP)