WIR Bank mit weniger Gewinn im ersten Halbjahr 2017

Die WIR Bank Genossenschaft hat im ersten Halbjahr 2017 neue Kundengelder angezogen und die Hypothekarforderungen gesteigert. Während unter dem Strich der Geschäftserfolg zulegte, nahm der Reingewinn allerdings deutlich ab.
25.08.2017 09:28

Germann Wiggli, Vorsitzender der Geschäftsleitung, spricht am Freitag laut Mitteilung von einem "soliden" Ergebnis, das "vor dem Hintergrund tiefer Zinsen, enger Zinsmargen und umfassender Investitionen in die Zukunft alles andere als eine Selbstverständlichkeit" sei.

Der Bruttoerfolg im Zinsengeschäft lag mit 30,2 Mio CHF in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs 1,4% höher als im Vorjahreszeitraum. Der Geschäftsaufwand stieg derweil um 13% auf 30,3 Mio. Die Bank begründet den Anstieg mit Investitionen in Personal und "zukunftsweisende" Projekte.

Unter dem Strich resultiert ein Geschäftserfolg von 17,4 Mio CHF (+27%). Der Halbjahresgewinn fiel allerdings um 10% auf 15,4 Mio zurück. Im Vorjahr hatte ein ausserordentlicher Ertrag in Höhe von 5,7 Mio das Ergebnis positiv beeinflusst: Im ersten Semester 2016 war eine nicht benötigte Liegenschaft verkauft worden.

Die Bilanzsumme stieg derweil um 1,8% auf 5,42 Mrd CHF. Bei den Kundengeldern in Schweizer Franken konnte die genossenschaftlich organisierte Bank um 2,4% auf 3,18 Mrd CHF zulegen. Gesteigert wurde auch das Hypothekarvolumen auf 3,06 Mrd CHF (+4,6%).

Die Bank hat zudem auch Verpflichtungen und Forderungen in sogenanntem WIR-Geld. Das Verrechnungssystem funktioniert als bargeldloser Zahlungsverkehr im WIR-Netzwerk, welches eigenen Angaben zufolge 60'000 Akteure zählt - davon 45'000 KMU aus allen Branchen und Landesteilen der Schweiz.

Das historische Tiefzinsniveau führe dazu, dass der Wettbewerbsvorteil der günstigen WIR-Finanzierungen für die Schweizer KMU-Wirtschaft derzeit wegfalle: Entsprechend nahm von Januar bis Juni das Kreditvolumen der "weltgrössten Komplementärwährung" ab, wie es heisst.

Als schweizweit einziges Finanzinstitut gibt die WIR Bank zudem im Kreditbereich Negativzinsen an ihre Kunden weiter, indem sie auf Libor-Neufinanzierungen in WIR einen Zinsbonus bis maximal 10'000 CHW auszahlt. Damit wolle man Investitionen ankurbeln und so die Schweizer KMU-Wirtschaft nachhaltig stärken, heisst es.

ys/ra

(AWP)