Wisekey kauft Cybersecurity-Firma Quovadis - Gewinnschwelle 2017 angepeilt

(Meldung ausgebaut und um Aktienkurs ergänzt) - Das Cybersecurity-Unternehmen Wisekey kauft den Mitbewerber Quovadis. Quovadis ist laut einer Mitteilung vom Dienstag zusammen mit der Schweizerischen Post der Anbieter von SuisseID, einem standardisierten elektronischen Identitätsnachweis. Die Transaktion soll noch im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Ebenfalls im laufenden Jahr will der Börsenneuling die Gewinnschwelle erreichen.
07.02.2017 11:45

In einem ersten Schritt wird Wisekey 85% an Quovadis erwerben. Das Management von Quovadis werde zunächst noch bis Mai 2018 eine Beteiligung von 15% behalten, heisst es weiter. Diese werde Wisekey dann zu einem Preis erwerben, der aufgrund der finanziellen Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 festgelegt werde.

Kosten wird dies Wisekey 13 Mio USD plus 1,11 Millionen eigene Aktien der Klasse B, die aus dem bestehenden genehmigten Kapital neu ausgegeben werden. Zudem werde Wisekey auch die Verschuldung von Quovadis in Höhe von 2 Mio USD zurückzahlen.

Das Geld für die Übernahme hatte sich Wisekey vor wenigen Wochen beschafft: Mitte Januar wurde dem Unternehmen von ExWorks Capital eine Kreditlinie in einer Höhe von 16,4 Mio USD zugesichert.

ELEKTRONISCHE IDENTITÄTEN

Quovadis ist laut Wisekey ein etablierter Qualified Trust Services Provider ("TSP") in der Europäischen Union und in der Schweiz. Das Unternehmen verfüge über umfangreiche Erfahrung mit öffentlichen elektronischen Identitäten (eID), so etwa neben dem Swiss SuisseID Programm in der Schweiz auch mit den Programmen PKIoverheid und eHerkenning in den Niederlanden.

Laut der Mitteilung ist Quovadis aber auch stark bei Unternehmenskunden. Das Unternehmen zähle 3000 Kunden weltweit, davon mehr als 300 grosskapitalisierte Firmen. Wisekey ortet nun wesentliche Synergien zwischen Quovadis und dem eigenen Internet of Things-Geschäft (IoT).

So werde es die Integration von Quovadis in die Vertical Platform von Wisekey nun ermöglichen, dass Benutzer und Unternehmen ihre eigenen nationalen elektronischen Identifizierungssysteme (eIDs) nutzen können, um auf öffentliche Dienste in anderen EU-Ländern zuzugreifen, in denen eIDs verfügbar seien.

Quovadis mit Sitz im St. Gallen generierte den Angaben zufolge in 2016 einen Umsatz von rund 18 Mio USD und einen EBITDA von 4 Mio. Für 2017 rechne man mit Umsätzen von mehr als 20 Mio USD sowie einem EBITDA von 7 Mio.

PROFITABEL IN 2017

Neben der Übernahme gibt Wisekey auch erste Eckdaten zum vergangenen Geschäftsjahr 2016 bekannt. Der konsolidierte Umsatz wird bei 11,0 Mio USD erwartet, nach 2,3 Mio in 2015. Der Anstieg wird zu einem Teil mit der in 2016 getätigten Vault-Akquisition erklärt.

Unter dem Strich verbleibt jedoch erneut ein Verlust und zwar von rund 43 Mio USD. Für 2015 wurde ein Fehlbetrag von 6,5 Mio USD ausgewiesen. Dies führt das Unternehmen zu einem gewissen Teil auf die Kosten zurück, die aus der Umstrukturierung der Gruppe im Zusammenhang mit dem Börsengang 2016 entstanden sind. Es sei ein transformatives Jahr gewesen, lautet das Fazit.

Für 2017 stellt Wisekey eine erneute Umsatzsteigerung sowie das Erreichen der Gewinnschwelle in Aussicht. Konkret wird mit einem Umsatz zwischen 110 Mio und 120 Mio USD gerechnet.

An der Börse wird der Schritt honoriert: Bis gegen 11.15 Uhr ziehen die Valoren um 2,5% auf 4,14 CHF an. Von der Erstnotiz bei 12 CHF im März 2016 sind die Papiere aber immer noch sehr weit entfernt.

ra/cp

(AWP)