Ypsomed setzt nach Ausstieg von J&J-Tochter Animas verstärkt auf YpsoPump

Das Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed will vom Ausstieg von Johnson&Johnson (J&J) aus der Insulinpumpenherstellung profitieren. Dazu setzt das Burgdorfer Unternehmen den Fokus auf die eigene Insulinpumpe YpsoPump und will auch über die Gründung weiterer Tochtergesellschaften wachsen, wie ein Sprecher gegenüber AWP erklärte.
09.10.2017 12:39

J&J gab den Rückzugs der Tochter Animas aus der Insulinpumpenherstellung am letzten Donnerstag bekannt. Der überraschende Ausstieg sorgt nun für Dynamik auf dem Markt. Der bisherige Vertriebspartner von Ypsomed, das US-Unternehmen Insulet, kündigte daraufhin an, den Animas-Kunden einen kostenlosen Testmonat für ihre Insulinpumpe OmniPod anzubieten.

Davon wird die Berner Firma somit nicht profitieren können. Bereits Ende Juli wurde bekannt, dass Ypsomed den Distributionsvertrags für OmniPod mit Insulet aufgrund zu hoher Preisforderungen seitens Insulet per Mitte 2018 aufgekündigt hat. Daraufhin stürzte der Aktienkurs von Ypsomed um rund 30% ein.

EIGENE PRODUKTE STÄRKEN

Auf Anfrage von AWP wollte ein Firmensprecher eine erneute Partnerschaft mit Insulet nicht ausschliessen. Der Fokus von Ypsomed liege nun aber vor allem auf der Weiterentwicklung und Absatzvermarktung der eigenen Produkte wie der Insulinpumpe YpsoPump, so der Sprecher.

Dazu sei geplant, weitere Tochtergesellschaften zu gründen, um vom Ausstieg des Mittbewerbers zu profitieren. Im Zuge der neusten Entwicklungen stünde dabei mittelfristig auch der US-amerikanische Markt im Fokus.

AKTIE LEGT WIEDER ZU

Die ZKB schreibt in einem Kommentar vom Montag, dass die Entscheidung der J&J-Tochter sehr überraschend sei, zumal Gesundheitsorganisationen weltweit mit einem starken Wachstum von Diabetespatienten rechneten. J&J dürfte aber nach Vermutung der Bank mit der Geschäftsentwicklung aufgrund der harten Konkurrenz "nicht zufrieden" gewesen sein.

Von der Entwicklung profitieren dürfte nach Ansicht der Bank das Ypsomed-Produkt YpsoPump. Vermutet wird, dass der "eine oder andere Patient" von Animas auf die YpsoPump wechsle, wobei die Analystin Sibylle Bischofberger für neue Pumpenpatienten "ein deutlich höheres Potenzial" erwartet.

Nach Bekanntgabe des Animas-Ausstiegs legten die Aktien von Ypsomed am Ende der letzten Handelswoche um gut 5,6% zu. Auch am heutigen Montag notieren die Valoren erneute im Plus (12.15 Uhr: +1,3%). Der Gesamtmarkt gemessen am SPI zeigt sich derweil kaum verändert.

sta/rw

(AWP)