Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz wieder unter 5 Millionen

(Meldung ausgebaut) - Nach dem Rekord vor drei Monaten ist die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz wieder unter die Grenze von 5 Millionen gefallen. Im ersten Quartal waren hierzulande 4,965 Millionen Menschen erwerbstätig.
23.05.2017 15:31

Das ist 1% weniger als im Schlussquartal 2016, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Im Schlussquartal 2016 hatte die Zahl der Erwerbstätigen mit 5,016 Millionen erstmals die Marke von 5 Millionen geknackt.

Allerdings hat das BFS die Statistiken der Jahre 2010 bis 2016 revidiert. Laut den alten Zahlen wurde die 5-Millionen-Grenze bereits Ende 2015 überschritten. Nun fällt durch die Revision die Zahl der Erwerbstätigen um 69'000 tiefer aus.

Doch sind die 4,965 Millionen Erwerbstätigen gemäss den neuen Zahlen immer noch das drittbeste Resultat aller Zeiten. Höher war die Zahl der Erwerbstätigen nur im Herbst- und Winterquartal 2016.

MEHR JOBS FÜR AUSLÄNDER

Gegenüber dem Jahresanfang 2016 legte die Erwerbstätigenzahl um 0,6% zu. Damit gibt es in der Schweiz 28'000 Arbeitskräfte mehr als vor zwölf Monaten. Der Löwenanteil der zusätzlichen Jobs ging an Ausländer. Die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte stieg um 1,4%, während sie bei den Schweizern lediglich um 0,2% zunahm.

Verhältnismässig war der Anstieg bei den Grenzgängern mit einem Plus von 3,2% am stärksten, gefolgt von den Ausländern mit Daueraufenthaltsbewilligung C (+1,7%). Dagegen sank die Zahl der Kurzaufenthalter und jener mit Aufenthaltsbewilligungen B und L (über zwölf Monate).

WENIGER ERWERBSLOSE

Auf der anderen Seite waren im ersten Quartal 256'000 Menschen erwerbslos. Das sind 0,9% weniger als vor einem Jahr. Die Erwerbslosenquote verharrte bei 5,3%.

Auch hier machte sich die Revision der Daten durch das BFS bemerkbar. Die Zahl der Erwerbslosen wurde um 12'000 nach oben revidiert, die Erwerbslosenquote für den Zeitraum von 2010 bis 2016 um 0,3 Prozentpunkte.

Während in der Schweiz die Erwerbslosenquote stagniert, sinkt sie in der EU. Dort hat sie gegenüber dem Vorjahr von 9,2 auf 8,4% abgenommen. Am besten ist die Lage in Tschechien, vor Malta und Deutschland (4,2%).

Am traurigen Ende der Rangliste ist, wie immer seit der Finanzkrise, Griechenland, wo fast ein Viertel der Menschen keinen Job haben. In Spanien sind es beinahe 19%. Noch übler geht es den Jugendlichen in beiden Ländern: In Griechenland steht fast die Hälfte von ihnen auf der Strasse. Immerhin hat sich ihre Lage in beiden Ländern leicht verbessert.

ARBEITSLOSENQUOTE LEICHT GESUNKEN

Als Erwerbslose gelten gemäss der Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) alle nicht erwerbstätigen Personen, die in den vergangenen vier Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben und die für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar sind. Diese Indikatoren ermöglichen internationale Vergleiche.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) veröffentlicht ebenfalls Indikatoren zur Arbeitslosigkeit. Diese erfassen direkt die bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registrierten Arbeitslosen. Im April sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat März von 3,4 auf 3,3%.

(AWP)