Zehnder stoppt Produktion in der Türkei wegen Erdbeben - Aktie kaum bewegt

(Mit weiteren Details und Analystenkommentar und Aktienkurs ergänzt) - Wegen wiederholter Erdbeben in der Region unterbricht der Heizungs- und Lüftungshersteller Zehnder die Produktion in seiner Fabrik im türkischen Manisa. Das Unternehmen will den Zustand des Produktionsgebäudes und die Sicherheit der Arbeiter überprüfen. Auf das Werk entfällt nur ein Bruchteil des Gruppenumsatzes. Die Börse reagiert gelassen.
31.05.2017 10:03

In Manisa produziert die Gruppe vorwiegend Badheizkörper. Dafür ist sie seit zehn Jahren in dem Gebäude eingemietet. Allerdings plant Zehnder seit Mai 2016 eine eigene Produktionsstätte einschliesslich Lager- und Logistiknutzung in Manisa.

Ursprünglich hätte die Fabrik im kommenden Jahr ihren Betrieb aufnehmen sollen - wegen der aktuellen Unsicherheiten in der Türkei sei der Baustart jedoch aufgeschoben worden, schreibt Zehnder in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Mit der neuen Fabrik sollte der Standort längerfristig die Jahresproduktion verdoppeln können und damit die international wachsende Nachfrage nach Badheizkörpern befriedigen können. Geplant war, die Hauptmärkte in Europa von Manisa aus zu beliefern.

Über die nun eingeleiteten Massnahmen sowie die weitere Entwicklung der Zehnder-Aktivitäten in der Türkei will die Gruppe informieren.

WENIGER ALS 5% DES GRUPPENUMSATZES - VONTOBEL REDUZIERT SCHÄTZUNGEN

Wie ZKB-Analyst Martin Hüsler ergänzt, produziert Zehnder Badheizkörper auch noch in Polen und Frankreich. Er schätzt, dass das Werk in Manisa für weniger als 5% des Umsatzes der Zehnder-Gruppe verantwortlich ist. Derzeit sei unklar, wie lange der Produktionsunterbruch dauert und ob allenfalls die Produktion verlagert werden muss. Die finanziellen Konsequenzen liessen sich entsprechend noch nicht abschätzen. Sie seien auch davon abhängig, ob und in welchem Ausmass der Betriebsunterbruch versichert ist, schreibt der ZKB-Experte.

Die Bank Vontobel nimmt in der Folge ihre Schätzungen zurück. Analyst Bernd Pomrehn senkt die Gewinnprognosen für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 um konkret 3,2% bzw. 1,1%.

Unter den Investoren werden die News ohne grosse Aufregung aufgenommen. Die an der SIX kotierte Zehnder-Aktie büsst um 9.30 Uhr bei unauffälligem Volumen 0,6% ein, während der am SPI gemessene Gesamtmarkt (+0,13%) auf Richtungssuche ist.

cp/ra

(AWP)