Zehnder verkauft Fabrik in China teurer als erwartet

(Meldung ergänzt um Kommentare und Aktienkurs)
23.09.2016 12:15

Gränichen (awp) - Der Heizungs- und Lüftungshersteller Zehnder hat in China eine Fabrikliegenschaft zu einem höheren Preis verkauft, als ursprünglich angekündigt. Dies wirkt sich entsprechend deutlich positiv auf das Ergebnis aus. Analysten hoffen nun auf eine höhere Dividende für das laufende Geschäftsjahr. Die Börse mag allerdings noch nicht applaudieren; erst müsse Zehnder das Investorenvertrauen wieder zurückgewinnen, heisst es im Handel.

Ende 2013 nahm Zehnder eine neue Entwicklungs- und Produktionsstätte in Dachang in der Provinz Hebei in Betrieb. Für die alte Fabrikliegenschaft in Peking und das dazugehörende Landnutzungsrecht schloss das Unternehmen Ende 2014 einen Verkaufsvertrag ab. Bis Januar 2015 gingen dafür Anzahlungen von total rund 14 Mio EUR ein, danach blieben die restlichen Zahlungen jedoch aus.

Doch die Verzögerung hat Zehnder im Nachhinein betrachtet in die Hände gespielt: Die Neuverhandlungen sowie eine positive Immobilienpreisentwicklung in China haben nun zu einem höheren Verkaufspreis geführt als ursprünglich vereinbart. Der Deal soll bis Ende Jahr unter Dach und Fach gebracht werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Dadurch ergibt sich für den EBIT im Gesamtjahr 2016 ein positiver Effekt von knapp 40 Mio EUR und auf Stufe Reingewinn vor Minderheiten von 25 bis 30 Mio EUR. Zum Vergleich: Für 2016 hatte Zehnder Ende Juli noch ein operatives Ergebnis von rund 30 Mio EUR in Aussicht gestellt.

SONDERDIVIDENDE ERWARTET

Der Buchgewinn aus diesem Verkauf liegt über dem erwarteten Reingewinn für das gesamte Geschäftsjahr, erklärt die Neue Helvetische Bank in einem Kommentar. Entscheidend sei nun, dass Zehnder überschüssige Mittel operativ sinnvoll einsetzt, mache doch die erwartende Nettoliquidität fast 20% der Bilanzsumme aus. Es wäre daher wünschenswert, dass Zehnder mindestens einen Teil der überschüssigen Mittel entweder rentablen operativen Zwecken zugeführt - oder alternativ an die Aktionäre zurückführt.

Ganz konkrete Erwartungen an Zehnder hat diesbezüglich Christian Arnold von der Bank Vontobel: Der Analyst erhöht seine Dividendenschätzung für 2016 um 80 Rappen auf 1,50 CHF je Aktie. Eine Sonderdividende von gar 90 Rappen je Anteil veranschlagt Kepler-Experte Martin Flückiger.

An der Börse verhallen die Überlegungen aber noch ungehört: Um 11.40 Uhr tendieren Zehnder Namen in einem leichteren Gesamtmarkt (SPI: -0,52%) mit einem Minus von 0,4% bei 42 CHF.

Denn Zehnder muss erst das in den letzten Jahren etwas verlorene Vertrauen wieder zurückgewinnen, meint die Neue Helvetische Bank. Nachdem sich das Unternehmen im Sommer 2015 (endlich) zu tiefgreifenden Massnahmen durchgerungen habe, hätten die Halbjahreszahlen 2016 trotz des Wegfalls der Sonderkosten enttäuscht. Auch der Ausblick für das Gesamtjahr 2016 habe unter den Erwartungen gelegen. Somit werde das zweite Semester zum eigentlichen "Lackmustest" für Zehnder - und allerspätestens das Jahr 2017.

ra/cp

(AWP)