Zehnder zahlt für 2016 wieder Dividende und restrukturiert weiter

(Ausführliche Fassung) - Der Heizungs- und Lüftungshersteller Zehnder hat im Geschäftsjahr 2016 dank einem Liegenschaftenverkauf in China das Betriebsergebnis sowie den Reingewinn massiv gesteigert und schüttet deshalb auch wieder eine Dividende aus. Operativ läuft es indes weiter eher harzig, was im Anschluss an die 2015 eingeleiteten Massnahmen zu weiteren Restrukturierungsmassnahmen verbunden mit entsprechenden Kosten geführt hat.
27.02.2017 08:55

Das im Juni 2015 angekündigte umfassende Massnahmenpaket zur Reduktion der Kostenbasis und zur Steigerung von Effizienz, Umsatz und Gewinn sei 2016 plangemäss abgeschlossen worden, teilt das Unternehmen am Montag mit. Die ungenügende Profitabilität insbesondere im zweiten Halbjahr habe indes zu weiteren punktuellen Restrukturierungsmassnahmen gezwungen.

ERNEUT HOHE RESTRUKTURIERUNGSKOSTEN

So werde unter anderem die Produktion des Badheizkörpers Yucca im deutschen Lahr ins polnische Boleslawiec verlagert. Das Administrations- und Vertriebsbüro im schwedischen Täby wird geschlossen und in den Produktionsstandort in Motala - ebenfalls in Schweden - integriert. Zudem sei in Europa eine einmalige Wertberichtigung auf Anlagen zur Produktion von Heizkörpern vorgenommen worden. Die Kosten für diese Massnahmen beliefen sich auf insgesamt 12,0 Mio EUR und wurden dem Ergebnis 2016 belastet. Bereits das Ergebnis 2015 wurde durch Einmalkosten von knapp 22 Mio EUR geschmälert.

Um die Marktposition weiter auszubauen, sei darüber hinaus der Aufwand für Forschung und Entwicklung um rund einen Drittel auf 20,2 Mio EUR angehoben worden. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Lösungen im Bereich Lüftungen in China habe der Verwaltungsrat zudem vor kurzem beschlossen, in eine neue Fabrik in der Nähe von Shanghai zu investieren.

Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT vor Einmaleffekten brach 2016 um über 40% auf 15,1 Mio EUR ein. Trotz der Mitte 2015 eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen zur Verbesserung der Ertragslage habe die Profitabilität auch 2016 stark unter Druck gestanden, heisst es dazu. Der Trend hin zu preisgünstigeren Modellen, die ungenügende Auslastung der Heizkörper-Produktionswerke in Frankreich, der Schweiz und in China sowie die Abwertung des britischen Pfunds hätten sich negativ auf die Margen ausgewirkt. Die EBIT-Marge ohne Einmaleffekt lag denn auch bei lediglich noch 2,8%. Im Vorjahr erreichte das Unternehmen noch eine Marge von 5,1%.

Ein positiver Einmaleffekt aus einem Liegenschaftenverkauf in China schlug dagegen wie im Januar angekündigt mit 40,3 Mio EUR zu Buche. Inklusive der Einmaleffekte ergab sich ein EBIT von 43,4 Mio EUR sowie ein Reingewinn von 28,1 Mio. Im Vorjahr hatten diese Werte noch bei 5,2 Mio bzw. 0,3 Mio gelegen. Nachdem im Vorjahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet worden war, soll für das Jahr 2016 ein Betrag von 0,95 CHF je Namenaktie ausgeschüttet werden.

Ebenfalls bereits im Januar hatte das Unternehmen den Umsatz bekanntgegeben. Dieser erhöhte sich um 1,1% auf 538,9 Mio EUR. Organisch und wechselkursbereinigt stiegen die Erlöse um 3%.

WEITERHIN ANSPRUCHSVOLLE MÄRKTE - FOKUS AUF KOSTEN

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017 heisst es, dass die relevanten Märkte anspruchsvoll bleiben dürften. Die makroökonomische Lage sei insbesondere in den für die Gruppe wichtigen Absatzländern Frankreich, Grossbritannien und Schweiz weiterhin sehr fragil. Auf der Beschaffungsseite stiegen zudem die Stahlpreise und der Preisdruck seitens der Kunden nehme zu. Der Fokus werde unvermindert auf die Optimierung der Prozesse sowie auf die Kostenstruktur gelegt.

Weiter gibt das Unternehmen eine Mutation im Verwaltungsrat bekannt. Enrico Tissi scheide nach zwölfjähriger Verwaltungsratstätigkeit per 6. April 2017 aus dem Gremium aus. Er wird nicht ersetzt, da bereits an der GV vom vergangenen Jahr zwei neue Mitglieder gewählt worden waren.

Zehnder wird am heutigen Nachmittag eine Telefonkonferenz durchführen sowie am kommenden Freitag die jährliche Bilanzmedienkonferenz.

cf/ys

(AWP)