Wachstum bei HypothekenZKB steigert Geschäftserfolg - Pensionskasse belastet

Die Zürcher Kantonalbank hat im Geschäftsjahr 2016 in einem herausfordernden Marktumfeld Geschäftserfolg und den betrieblichen Konzerngewinn gesteigert.
10.02.2017 08:16
Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank an der Bahnhofstrasse in Zürich.
Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank an der Bahnhofstrasse in Zürich.
Bild: cash

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat im Geschäftsjahr 2016 in einem herausfordernden Marktumfeld den Geschäftserfolg und den betrieblichen Konzerngewinn gesteigert. Die beiden Ertragspfeiler Kommissions- und Dienstleitungsgeschäft sowie das Handelsgeschäft verzeichneten eine deutliche Zunahme. Weniger stark stieg der Erfolg im Zinsgeschäft. Zur langfristigen Sicherung der Renten nimmt die Bank zudem Anpassungen bei der Pensionskasse vor, die zu einem einmaligen Aufwand von 70 Mio CHF führen.

Der Geschäftserfolg erhöhte sich im Geschäftsjahr 2016 um 13,3% auf 752 Mio CHF. Unter dem Strich resultierte ein um 5,3% höherer betrieblicher Konzerngewinn von 761 Mio CHF, wie das Staatsinstitut am Freitag mitteilte. Unter der Berücksichtigung der einmaligen Belastung durch die Anpassungen bei der Pensionskasse betrug der Konzerngewinn indes 691 Mio, heisst es weiter. Damit ging der ausgewiesene Gewinn um 4,4% zurück.

Stabiles Zinsgeschäft

Der Geschäftsertrag lag mit 2,325 Mrd CHF um 5,5% über dem Vorjahreswert und kletterte damit auf einen historischen Höchstwert. Gut entwickelte sich vor dem Hintergrund der Integration von Swisscanto das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft: Der Ertrag stieg im Jahresvergleich um 8,9% auf 728 Mio CHF. Dabei habe die Bank vor allem vom Anlagegeschäft profitiert, das von Mehrerträgen im Fonds- und Vermögenverwaltungsgeschäft getrieben worden sei. Im Handelsgeschäft wiederum resultierte eine Zunahme von gut 16% auf 379 Mio CHF. Die im zurückliegenden Jahr erhöhte Marktvolatilität habe dabei zu einer deutlichen Zunahme der Handelsaktivität der Kunden geführt.

Hauptertragsquelle der ZKB bleibt weiterhin das Zinsengeschäft, wo der Nettoerfolg um 2,2% auf 1,199 Mrd CHF kletterte. Darin enthalten sei ein Aufwand für ausfallbedingte Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsgeschäft von 12 Mio, heisst es weiter.

Die grösste Schweizer Kantonalbank konnte von einem weiteren Volumenwachstum bei den Hypotheken profitieren - diese erhöhten sich per Ende Jahr um 5% auf 77,3 Mrd CHF. Die Qualität der Ausleihungen habe unverändert höchste Priorität, heisst es. So errechne die ZKB angesichts latenter Zinsänderungsrisiken die Tragbarkeit einer Liegenschaft für Kunden weiter mit einem kalkulatorischen Hypothekarzins von 5%.

Rentenalter wird erhöht

Der Geschäftsaufwand nahm um 4,9% auf 1,44 Mrd CHF zu. Grösster Treiber war dabei ein gestiegener Personalaufwand. Aufgrund der erstmaligen ganzjährigen Berücksichtigung von Swisscanto und höherer variabler Lohnbestandteile nahm er im Vergleich zum Vorjahr um rund 7% auf 1,009 Mrd zu. Der Sachaufwand betrug 433 Mio (+1%); darin enthalten ist die auch der Aufwand für die Abgeltung der Staatsgarantie von 22 Mio (21 Mio im Vorjahr).

Nicht im Geschäftsaufwand berücksichtigt wird jedoch der einmalige Aufwand von 70 Mio CHF im Zusammenhang mit der Anpassung der versicherungstechnischen Grundlagen der ZKB-Pensionskasse. Zur langfristigen Sicherung der Rente sei eine Reihe von Massnahmen verabschiedet worden, die per 1. Juli 2017 in Kraft treten, teilte die ZKB mit. Dazu gehörten die Senkung des Umwandlungssatzes für künftige Rentenbezüger, die Anhebung der Sparbeiträge der Versicherten sowie die Erhöhung des Rentenalters auf 64 von bisher 62 für Männer und Frauen.

Für Arbeitnehmer ab Jahrgang 1964 und älter seien Übergangslösungen vorgesehen. Daher habe der Bankrat beschlossen, die Kosten zur Finanzierung der Übergangslösungen zu übernehmen, was im Berichtsjahr zu Lasten des Personalaufwands zur Rückstellung von Vorsorgeverpflichtungen von 70 Mio geführt habe.

Höhere Ausschüttung an Kanton und Gemeinden

Die von der ZKB verwalteten Kundenvermögen beliefen sich auf 264,7 Mrd CHF, gegenüber 257,5 Mrd im Vorjahr, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die Gewinnausschüttung der Zürcher Kantonalbank an Kanton und Gemeinden beläuft sich auf insgesamt 351 Mio CHF. Davon wird dem Kanton eine Dividende von 220 Mio und den politischen Gemeinden eine Dividende von 110 Mio ausgerichtet; dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von je 10%.

Für das laufende Jahr 2017 rechnet die ZKB mit anhaltenden makroökonomischen Unsicherheiten und einem herausfordernden Umfeld mit Negativzinsen. Insgesamt sei man aber zuversichtlich, "dank ausgewogenen Geschäftsmodell die Herausforderungen zu meistern und die Chancen zu nutzen", heisst es weiter

(AWP)