Züblin-Aktien springen nach Halbjahreszahlen an

Zürich (awp) - Die Züblin-Aktien sind am Mittwoch schwungvoll in den Handel gestartet. Die Immobiliengesellschaft hat im Ende September abgeschlossenen Halbjahr erstmals seit vielen Jahren den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Die vom Hauptaktionär Viktor Vekselberg angestossenen Restrukturierungsmassnahmen zeigen damit erste Erfolge.
16.11.2016 10:10

Die eher illiquide Züblin-Aktie gewinnt gegen 9.35 Uhr bei eindeutig überdurchschnittlichem Volumen 7,7% auf 20,90 CHF. Der Titel notiert damit aber weiterhin unter dem rechnerischen Buchwert der Aktie. Der Abschlag beträgt aktuell noch etwa knapp 30%.

Züblin hatte seit dem Geschäftsjahr 2012/13 Verlust geschrieben, eine Dividende erhielt Vekselberg das letzte Mal vor acht Jahren. Im Frühjahr 2014 hatte das damalige Management zwecks Schuldenabbau den Verkauf des Portfolios Schweiz angekündigt - das Tafelsilber. Damit war für Vekselberg das Mass voll: Er stockte seinen Anteil auf ein Drittel auf und setzte einen Teil des Managementteams und des Verwaltungsrats auf die Strasse.

Der Machtwechsel ging mit einer Strategieänderung einher. Dabei wurde praktisch alles vom Tisch gewischt: Am Portfolio Schweiz wurde festgehalten, das verlustbringende Frankreich-Geschäft hingegen ins Schaufenster gestellt. Letzteres hatte massive Wertberichtigungen zur Folge, die im Geschäftsjahr 2014/15 zu einem Rekordverlust von 212 Mio CHF geführt hatten. Der Rückzug aus Frankreich wurde im Sommer 2015 abgeschlossen. "Das Portfolio ist nun zwar klein, aber dafür sauber", sagte Vekselberg-Gefolgsmann und VRP Iosif Bakaleynik im Mai bei der Vorlage der Jahreszahlen.

Züblin ist damit ein Schatten seiner selbst. Als letztmalig eine Dividende ausgezahlt wurde, erwirtschaftete das Unternehmen mit einem über halb Europa verstreuten Immobilienpark im Wert von 2 Mrd CHF einen Mietertrag von knapp 130 Mio CHF. Im nun abgeschlossenen Semester belief sich der Wert auf 338 Mio CHF und der Mietertrag auf 9,5 Mio CHF.

cp/cf

(AWP)