Züblin kehrt in Gewinnzone zurück und trennt sich von deutschem Portfolio

(Meldung ausgebaut) - Das Immobilienunternehmen Züblin ist nach einer vom Hauptaktionär Viktor Vekselberg verordneten Rosskur wieder auf Kurs. Im Ende März abgeschlossenen Fiskaljahr 2016/17 ist die an der SIX kotierte Gesellschaft in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Nun kommt auch das Thema Dividende wieder auf den Tisch. Zudem will man vom boomenden Markt in Deutschland profitieren und sich von den dortigen Liegenschaften trennen. Damit soll das Wachstum vorerst in der Schweiz finanziert werden.
18.05.2017 09:45

Bereits zum ersten Halbjahr hatte sich abgezeichnet, was sich nun mit dem Jahresergebnis bestätigt: Züblin schreibt wieder Gewinn. Für das vergangene Geschäftsjahr wird unter dem Strich ein Überschuss von insgesamt 29,9 Mio CHF ausgewiesen, im ersten Halbjahr war er bereits bei 8,7 Mio CHF gelegen. In den vergangenen fünf Jahren hatte Züblin jeweils einen Verlust geschrieben, im Vorjahr kam er bei 18,9 Mio zu liegen.

Da man sich aber entschieden hat, sich von dem zwölf Liegenschaften umfassenden Portfolio in Deutschland zu trennen, weist Züblin für die Geschäftsbereiche Schweiz mit fünf Liegenschaften und Deutschland - dem aufgegebenen Geschäftsbereich - separate Zahlen in der Erfolgsrechnung aus.

MIETERTRAG IN SCHWEIZ GESTEIGERT

Für das Geschäft Schweiz wird der Gewinn auf 2,11 Mio CHF beziffert nach 1,15 Mio im Vorjahr, wobei der Mietertrag bei 8,1 Mio CHF minim zulegte. Entscheidend ist vielmehr der deutlich reduzierte Finanzaufwand (2,4 Mio vs. 8,8 Mio im Vorjahr), dem wiederum höhere Ertragssteuern gegenüberstehen.

Für das deutsche Geschäft wird ein Gewinn von entsprechend 27,8 Mio CHF ausgewiesen. Die Vermietung der elf Büroliegenschaften und des Einzelhandelsobjekts in Marl bei Dortmund brachte einen Ertrag von 10,7 Mio CHF ein. Die Leerstandsquote ist in beiden Portfolios etwa gleich bei rund 11%.

HOHE AUFWERTUNGEN IN DEUTSCHLAND

Ins Auge stechen die positiven Marktwertveränderungen des deutschen Portfolios von 24 Mio CHF gegenüber einem Plus von 2,4 Mio in der Schweiz. Die hohe Nachfrage nach Büroimmobilien schaffe in Deutschland einen ausgeprägten Verkäufermarkt, merkt Züblin dazu an. Daher habe man entschieden, das deutsche Portfolio zu verkaufen. Dies kommt auf den ersten Blick überraschend, hatte das Management doch erst vor einem Jahr die Fokussierung auf den deutschsprachigen Immobilienmarkt bekanntgegeben.

Ein Strategiewechsel scheint dies allerdings nicht zu sein. Im Geschäftsbericht wird der deutschsprachige Immobilienmarkt und explizit Deutschland weiterhin als Kernmarkt definiert. Wie es erklärend heisst, strebe man kurzfristig eine stärkere Präsenz in der Schweiz an, sehe jedoch zu einem späteren Zeitpunkt Möglichkeiten zur Ausdehnung in "weitere Anlagesegmente und/oder Kernmärkte".

Es wird davon ausgegangen, den Verkauf in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 abzuschliessen. Der aus der Transaktion zu erwartende Mittelzufluss wird auf 55 Mio CHF beziffert.

Zudem erwägt der Verwaltungsrat den Angaben zufolge, den Aktionären die Auszahlung einer Dividende an einer der kommenden Generalversammlungen vorzuschlagen. Eine Dividende erhielten Vekselberg und die weiteren Anteilseigner das letzte Mal vor neun Jahren.

cp/tp

(AWP)