Züblin schreibt im Halbjahr klaren Verlust wegen Auflösung von Reserven

(Meldung mit weiteren Angaben und Aktienkurs ergänzt) - Die im Umbau steckende Immobiliengesellschaft Züblin weist für das erste Semester des Geschäftsjahres 2017/18 (per 30.9.) klar rote Zahlen aus. Ursache für das Minus sind Umgliederungen und Auflösungen von Reserven für Cash Flow-Absicherungen sowie für den aufgegebenen Geschäftsbereich in Deutschland, wie dem am Donnerstag publizierten Halbjahresergebnis zu entnehmen ist. Bereinigt um diese Effekte habe allerdings ein Erfolg von 5,5 Mio CHF resultiert, betont das Unternehmen.
09.11.2017 10:56

Den Mietertrag aus fortzuführenden Geschäftsbereichen beziffert Züblin in den ersten sechs Monate auf 4,0 Mio CHF (-1,3%). Dazu kam eine Marktwertveränderung der Anlageliegenschaften in Höhe von 1,2 Mio CHF (VJ +3,5 Mio). Die Vermietungsaktivitäten in einem "stabilen Marktumfeld" sowie weitere Kostensenkungen hätten zu einem EBIT von 3,0 Mio CHF (VJ 5,0 Mio) geführt, schreibt das Unternehmen.

Belastend wirkten sich im fortzuführenden Geschäft dagegen Aufwendungen aus Zinsswaps in Höhe von 3,3 Mio CHF aus. Im aufgegebenen Geschäftsbereich resultierte derweil wegen weiterer Finanzaufwendungen aus Absicherungsgeschäften sowie Währungsverlusten für ausgebuchte Reserven ein Verlust von 29,6 Mio CHF. Unter dem Strich stand im Halbjahr ein ausgewiesener Verlust von 30,4 Mio CHF.

Der Gesamtwert des Züblin-Immobilienportfolios betrug laut Mitteilung per Ende September 199,7 Mio CHF (VJ 198,5 Mio). Die Leerstandsquote verbesserte sich leicht auf 10,1% nach 10,6% im Vorjahreszeitraum. Ohne Berücksichtigung der Liegenschaft Arco West in Bern mit ihrem "unverändert hohen Leerstand", läge die Vermietungsquote bei 99,0%, betont Züblin. Die weiteren Schweizer Immobilien befänden sich alle in guten bis sehr guten Lagen, seien "bestens unterhalten" und hätten eine "solide Mieterbasis".

NEUE ANLAGECHANCEN PRÜFEN

Die in einem Turnaround steckende Züblin gab im August bekannt, dass sie den im Mai angekündigten Verkauf ihres deutschen Portfolios abgeschlossen hatte. Des weiteren schloss das Unternehmen im Herbst eine neue Rahmenfinanzierung für sein Schweizer Portfolio ab, wobei eine fünfjährige, revolvierende Rahmenfinanzierung in Höhe von 118 Mio CHF bei einer Schweizer Kantonalbank vereinbart wurde.

Züblin sei nun "bereit, neue Anlagechancen zu prüfen und das aktuelle Portfolio zu erweitern", schreibt das Unternehmen im Halbjahresbericht. Die neue Kreditfazilität ermögliche eine Portfolioausweitung bis zu einer Loan-to-Value (LTV)-Ratio von 60% - derzeit beläuft sich diese auf 33%. "Die Gesellschaft ist damit für gezielte Wachstumsschritte zur Schaffung von Mehrwert gut gerüstet".

Am Aktienmarkt wird das Semesterergebnis mit Kursabschlägen aufgenommen. Die Züblin-Aktie gibt am Donnerstagmorgen um 2,3% auf 27,10 CHF nach, dies in einem insgesamt leicht negativen Marktumfeld (SPI -0,1%).

tp/dm

(AWP)