Züblin verschafft sich finanziellen Spielraum für Portfolioausbau

(Meldung vom Vorabend neu gefasst und mit Analystenkommentar und Aktienreaktion ergänzt) - Die im Turnaround steckende Immobiliengesellschaft Züblin hat die Belehnung ihrer Liegenschaften im Zuge einer Refinanzierung stark zurückgefahren. Für das Ende September abgeschlossene Halbjahr 2017/18 stellt das an der SIX kotierte Unternehmen ein positives Gesamtergebnis in Aussicht. Im vergangenen Geschäftsjahr war Züblin in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt, nachdem für die fünf Jahre zuvor jeweils ein Verlust ausgewiesen wurde. An der Börse kommen die Neuigkeiten gut an.
03.10.2017 13:38

Wie Züblin am Vorabend mitgeteilt hatte, wurde die Refinanzierung des Immobilienportfolios abgeschlossen und eine fünfjährige, revolvierende Rahmenfinanzierung in Höhe von 118 Mio CHF bei einer Schweizer Kantonalbank vereinbart. Dieser Kreditvertrag ersetzt die bisherige Konsortialfinanzierung in gleicher Höhe, wie es heisst.

Aufgrund des negativen Zinsumfelds in der Schweiz habe man Mittel aus dem im August abgeschlossenen Verkauf des zwölf Büroliegenschaften umfassenden deutschen Portfolios eingesetzt und aus der neuen Kreditlinie nur einen Teilbetrag von 66 Mio CHF gezogen, was zu einem Beleihungswert-Verhältnis (LTV) von 33% führe. Per Ende März lag das Verhältnis bei 57,4%. Dadurch erhält Züblin finanziellen Spielraum für den Ausbau des im Zuge des Turnarounds stark geschrumpften Portfolios. Bekanntlich kann Züblin die Liegenschaften bis zu 60% belehnen.

SCHWARZE ZAHLEN

Für das erste Semester stellt die Gesellschaft ein Netto-Gesamtergebnis von 5,0 Mio bis 5,5 Mio CHF in Aussicht. Darin ist jedoch ein aus dem Verkauf des deutschen Immobilienportfolios resultierender Währungsgewinn von 3,4 Mio CHF enthalten, wie es heisst. Im Geschäftsjahr 2016/17 resultierte aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen ein Gewinn von 2,1 Mio CHF.

Ausführliche Informationen zum Halbjahresbericht 2017/18 will die Gesellschaft im November veröffentlichen.

ERGEBNIS "GUT" - AKTIE GESUCHT

Das Halbjahresergebnis stuft die Neue Helvetische Bank unter Berücksichtigung der Sondereffekte als "gut" ein. Es sei allerdings eindeutig, dass die kritische Grösse beim Immobilienportfolio nach wie vor fehle. Gemäss den Experten liegt diese bei etwa 500 Mio CHF. Züblin weist für Ende September einen Wert von etwas über 200 Mio CHF aus.

Gemäss früherer Aussagen von Züblin sollte das Portfolio auf 600 Mio bis 700 Mio CHF ausgebaut werden, wie die Bank schreibt. Und weiter: Ein solcher Ausbau würde jedoch eine zusätzliche Stärkung des Eigenkapitals unumgänglich machen. "Für uns bleibt grundsätzlich unklar, wo - Bereiche und Regionen - Züblin investieren will und was für eine Strategie Züblin grundsätzlich verfolgt", so die Neue Helvetische Bank.

Die wenig liquide Züblin-Aktie gewinnt gegen 13 Uhr bei klar überdurchschnittlichem Volumen 2,3% auf 27,00 CHF. Seit Jahresbeginn resultiert ein Anstieg von rund 35%. Damit handelt der Titel jedoch weiterhin unter seinem Buchwert. Aktuell beträgt der Abschlag noch rund 30%.

rw/cp/sta

(AWP)