Zur Rose-CEO will Wachstumsstrategie fortsetzen

Der CEO von Zur Rose Walter Oberhänsli ist zufrieden mit dem Gang seines Unternehmens an die Börse. Dank diesem stehe die Versandapotheke auf einem finanziell soliden Fundament und könne ihre Wachstumsstrategie fortsetzen, sagte der Manager in einem Interview mit dem Portal "Schweizeraktien.net".
22.11.2017 09:55

Darin erklärte Oberhänsli auch, welche konkreten Schritte nach der Eurapon-Übernahme als nächstes von ihm zu erwarten sind. So möchte er einerseits in Deutschland die Marketingaktivitäten intensivieren, andererseits beabsichtigt er, in in verschiedenen europäischen Märkten mittels Akquisitionen zu expandieren. Eine wichtige Rolle spielen in seiner Wachstumsstrategie auch digitale Produkte wie die neue DocMorris-App oder Kooperationen mit Krankenversicheren.

Beim Verkauf von Arzneimitteln geht der Trend laut Oberhänsli längerfristig in Richtung Omni-Channel. Will heissen: Online bestellen und in der Apotheke abholen - und umgekehrt. "Deshalb ist Shop-in-Shop ein Pfeiler unserer Retail-Strategie", so der Manager, der vor kurzem in Bern mit der Migros ein solches Konzept lanciert hatte.

ELEKTRONISCHE REZEPTE AUCH FÜR DEUTSCHLAND

Ähnlich wie in der Schweiz möchte Zur Rose nun in Deutschland elektronische Rezepte für Medikament vorantreiben. "Dem stehen aber vor allem regulatorische Hürden gegenüber", so Oberhänsli. Er hoffe aber, so der CEO weiter, dass diese bald überwunden werden können.

Zu einem möglichen Markteintritt des E-Commerce-Giganten Amazon in Europa sagte Oberhänsli, dass er sich einen solchen höchstens via Akquisitionen vorstellen könne. "Während in den USA der Online-Pharmahandel eine Selbstverständlichkeit ist, müsste Amazon in Europa ansonsten bestimmte Hürden überwinden", sagte der Zur-Rose-CEO.

Weiter erklärte er, dass er im Markt derzeit keine Anzeichen dafür erkennt, dass Zur Rose ein Übernahmekandidat ist: "Mit unserer Ankeraktionärin KWE Beteiligungen und unseren Ärzteaktionären haben wir eine grosse Stabilität im Aktionariat." Dies erschwere eine unerwünschte Übernahme. Mit dem IPO und der Kotierung an der SIX habe zur Rose das Aktionariat aber trotzdem auch weiter diversifiziert und zähle nun Institutionen aus den USA, Grossbritannien oder Deutschland dazu.

kw/cf

(AWP)