Zur Rose wächst im ersten Halbjahr weiter - Neue Mittelfristziele

(ergänzt um weitere Details) - Die Versandapotheke Zur Rose ist im ersten Halbjahr 2017 weiter gewachsen. Vor allem in Deutschland konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden. Aufgrund höherer Marketingausgaben und Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang resultierten unter dem Strich allerdings rote Zahlen. Ausserdem setzt sich die Gruppe neue Mittelfristziele bis 2021.
23.08.2017 08:50

Der Nettoumsatz der Gruppe legte im ersten Halbjahr um 7,2% auf 466 Mio CHF zu. In Lokalwährung habe die Zunahme gar 8,2% betragen, teilt das Unternehmen am Mittwoch mit. Auf Stufe EBITDA lag das Betriebsergebnis mit -11,6 Mio CHF in der Verlustzone, nachdem im Vorjahr noch ein operativer Gewinn von 7,7 Mio verbucht worden war. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 18,1 Mio nach einem kleinen Gewinn von 0,2 Mio in der Vorjahresperiode.

Das Ergebnis sei "plangemäss" ausgefallen, schreibt Zur Rose. Die erhöhten Marketing- und Personalaufwendungen hätten die Resultate mit insgesamt 14 Mio belastet. Ausserdem seien im ersten Halbjahr Kosten in Höhe von 5,3 Mio im Zusammenhang mit dem Börsengang angefallen.

STARKES WACHSTUM IN DEUTSCHLAND

Haupttreiber hinter dem Wachstum war in der Berichtsperiode das Geschäft in Deutschland, wo das Tochterunternehmen Doc Morris den Umsatz um knapp 13% auf 226 Mio CHF steigern konnte. In Lokalwährung legte dabei der Umsatz im Versandgeschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln um fast 43% zu. Mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln erhöhten sich die Erträge um 7,2%. Aufgrund der im dritten Quartal 2016 gestarteten Marketingkampagne resultierte im deutschen Markt jedoch ein EBITDA-Verlust von -10,2 Mio CHF.

Im Heimmarkt Schweiz stiegen die Umsätze derweil um 2% auf 238 Mio CHF an. Dabei habe sich insbesondere das Ärztegeschäft mit einem Plus von 5% positiv entwickelt, schreibt Zur Rose. Im Retailgeschäft gingen die Erträge dagegen um 6,5% zurück, was das Unternehmen auf einen grösseren Fokus auf höhere Margen zurückführt. Der EBITDA sank in der Schweiz aufgrund von Investitionen in die Omni-Channel-Strategie um fast 18% auf 5,4 Mio CHF.

POSITIVER BETRIEBSGEWINN AB 2018 ERWARTET

Mit dem Erlös von 233 Mio CHA aus dem Börsengang Anfang Juli will die Gruppe den Wachstumskurs fortsetzen. Die geplante Übernahme einer noch nicht namentlich bekannten deutschen Versandapotheke sei auf Kurs, heisst es. Vorbehaltlich einer zufriedenstellenden Due-Diligence-Prüfung sowie der Erfüllung weiterer Voraussetzungen, könne noch vor Ende Jahr mit einem Abschluss gerechnet werden.

Für das Gesamtjahr 2017 rechnet das Unternehmen mit einem organischen Umsatzwachstum von "gegen 10%". Der EBITDA dürfte aufgrund der ausserordentlichen Kosten für den Börsengang sowie Investitionen in Wachstumsinitiativen negativ ausfallen. Bereinigt um Sonderkosten wird ein operativer Verlust von 4 bis 6 Mio CHF erwartet, wie der Präsentation zum Halbjahresabschluss zu entnehmen ist.

Mit dem Halbjahresabschluss kommunizierte Zur Rose auch neue Mittelfristziele bis 2021. Für Deutschland wird von einem prozentualen organischen Umsatzwachstum im mittleren bis oberen Zehnerbereich ausgegangen. In der Schweiz will die Gruppe im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Ab 2018 wird auf Stufe EBITDA auf Gruppenstufe wieder mit einem positiven Ergebnis gerechnet. Das mittelfristige Zielband für die EBITDA-Marge wurde auf 4 bis 5% festgelegt.

an/ra

(AWP)