Zurich-Aktien nach Angaben zur Umsatzentwicklung leicht unter Druck

Die Aktien der Zurich Insurance Group verlieren am Donnerstag nach Angaben zur Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten 2017 leicht an Wert. Mit Blick auf den Zahlenausweis sind grosse Überraschungen ausgeblieben. Positiv wird am Markt die solide Kapitalsituation erwähnt.
09.11.2017 10:10

Bis um 09.50 Uhr büssen die Zurich-Papiere 0,3% auf 302,80 CHF ein, dies in einem etwas schwächer tendierenden Gesamtmarkt (SMI: -0,1%). Seit Jahresbeginn stehen die Aktien des Versicherers jedoch nach wie vor mit rund 8% im Plus und hatten zu Monatsbeginn bei 306 CHF ein Jahreshoch erreicht.

In den ersten neun Monaten habe sich die Einnahmenseite des Versicherers gut entwickelt, meint Georg Marti von der ZKB. Dabei verweist er auf das massgeblich von der Restrukturierung betroffene Nichtlebengeschäft (P&C), wo sich höhere Kundenselbstbehalte und höhere Preise positiv auf das Geschäft ausgewirkt hätten. Gewachsen sei die Zurich in den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika, hält Daniel Bischof von Baader-Helvea fest. Insgesamt habe sich das Segment aber wie erwartet entwickelt.

Nach den Hurrikan-Katastrophen, die im Südosten der USA und in der Karibik im dritten Quartal schwere Schäden angerichtet hatten, hofft die Zurich nun auf höhere Preise im P&C-Geschäft. Bislang seien die Preise nur moderat angestiegen, doch könnten sie demnächst zumindest in Nordamerika deutlicher anziehen, glaubt Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Und auch Daniel Bischof geht davon aus, dass der zuletzt vor allem Industrie-Segment gesehene Preisdruck zumindest in Nordamerika nachlassen dürfte.

Auch in der Lebensversicherung entwickelte sich das Geschäft der Zurich in etwa so, wie das Analysten erwartet hatten. Zwar trete die Zurich in Sachen Neugeschäftsvolumen auf der Stelle, doch habe sich immerhin die entsprechende Marge deutlich um über 2 Prozentpunkte auf 23,2% erhöht, heisst es bei Baader-Helvea dazu. ZKB-Analyst Marti sieht darin einen Hinweis darauf, dass die Restrukturierung auch in der Lebensversicherung greife.

Ein Lichtblick ist, so sind sich die Analysten einig, die gegenüber Ende Juni leicht höhere Z-ECM-Quote. Diese liegt mit 136% mittlerweile deutlich über der firmeneigenen Zielbandbreite von 100 bis 120%. Damit sei die Zurich gut auf Kurs, um wie von Marktteilnehmern erwartet ein unveränderte Dividende von 17 CHF je Titel zu bezahlen, glaubt Stefan Schürmann. Und auch Daniel Bischof rechnet trotz milliardenschwerem Überschusskapital zumindest in diesem Jahr nicht mit einer höheren Ausschüttung.

Demgegenüber prognostiziert Michael Huttner von JP Morgan eine Dividendenerhöhung auf 18 CHF je Aktie. Arjan van Veen von der UBS Investmentbank findet sichtlich Gefallen an der starken Solvabilität und erhofft sich, dass das Management der Zurich am diesjährigen Investorentag vom 15. November Anhaltspunkte zu der künftigen Verwendung des Überschusskapitals publik macht.

mk/uh

(AWP)