Zurich erzielt wegen Sondereffekt weniger Gewinn - Mit Zielen auf Kurs

(Meldung mit weiteren Angaben ausgebaut) - Die Zurich Insurance Group hat im ersten Halbjahr 2017 unter dem Strich weniger verdient. Grund dafür waren regulatorische Anpassungen, die bereits im ersten Quartal vorgenommen werden mussten. Ohne diesen Effekt hätte die Zurich das Betriebsergebnis deutlich gesteigert. Derweil kommt die Gruppe mit der Restrukturierung plangemäss voran.
10.08.2017 09:02

Der Reingewinn der Zurich nahm in den ersten sechs Monaten um 7% auf 1,50 Mrd USD ab, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag heisst. Das überrascht allerdings nicht, denn das Ergebnis wurde von einer regulatorischen Anpassung im britischen Geschäft - der sogenannten Ogden-Rate - mit rund 290 Mio belastet. Die britische Regierung hatt im Februar den Diskontsatz, der zur Berechnung von Personenschäden- und Unfallforderungen herangezogen wird, angepasst.

Der operative BOP (Business Operating Profit) blieb trotz Sonderbelastungen mit 2,17 Mrd in etwa auf Vorjahresniveau und leicht über den Schätzungen der Analysten. Ohne den Ogden-Effekt wäre er um 14% auf 2,47 Mrd USD angestiegen. Den Gesamtumsatz weist die Zurich mit 31,0 Mrd leicht unter Vorjahr aus.

CEO Mario Greco zeigt sich über die gezeigte Leistung erfreut: "Wir sind in Lokalwährungen gewachsen, haben unser Underwriting verbessert und neue Kundensegmente erschlossen und konnten gleichzeitig noch unsere Kostenbasis senken." Damit lege man die Grundlage, um die Rendite für die Aktionäre weiter zu steigern und nachhaltiges Dividendenwachstum zu schaffen.

VERBESSERUNGEN IN P&C-SPARTE

In der Schaden- und Unfallversicherung (P&C) lag die Combined Ratio ohne den Ogden-Effekt im Halbjahr bei 97,8%, das ist verglichen mit 2016 eine Verbesserung um 0,3 Prozentpunkte. Die besseren Ergebnisse in der Sparte beruhen laut Mitteilung auf Tarifanpassungen, einer im Verlauf der Berichtsperiode rückläufigen Kostenbasis und einem besseren versicherungstechnischen Ergebnis. Die Kosten für Naturkatastrophen seien etwas höher als saisonüblich ausgefallen.

Die Prämien- und Gebühreneinnahmen sanken im P&C-Geschäft um 3% auf 18,0 Mrd USD. Ohne die Aufgabe von Tätigkeiten in Südafrika, Marokko, im Nahen Osten und Taiwan wäre man aber leicht gewachsen, heisst es.

In der Lebensversicherung steigerte die Zurich den BOP trotz 3% weniger Umsatz um 16% auf 650 Mio USD. Getragen wurde der Anstieg von der Integration des Privatkundengeschäfts von Macquarie Life in Australien, dem anhaltenden Wachstum in Japan sowie dem in Lateinamerika mit dem Joint-Venture Zurich Santander getätigten Geschäft.

Mit den Dienstleistungen, welche die Zurich für den US-Partner Farmers bereit hält, erzielte die Gruppe gegenüber der Vorjahresperiode einen um 3 Mio höheren BOP von 700 Mio USD. Im Non-Core-Geschäft, wozu die zur Abwicklung bestimmten Portfolios zählen, lag der Gewinn bei 83 Mio verglichen mit 26 Mio. Und der Bereich Group Functions&Operations wies für das Halbjahr einen Nettobetriebsaufwand von 301 Mio aus, was einer Verbesserung um 24% entspricht.

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe netto ein Ergebnis in Höhe von 3,1 Mrd USD, was zu einer nicht annualisierten Nettorendite von 1,6% führte. Im Vorjahreszeitraum hatte man noch eine Rendite von 1,9% erreicht. Das Eigenkapital liegt derweil mit 30,7 Mrd USD gleich hoch wie Ende 2016. Die Eigenkapitalrendite wird auf Basis des BOP und ohne Ogden-Effekt mit 12,5% angegeben.

MIT ZIELEN AUF KURS

Somit liegt die Zurich mit Blick auf die Rendite auf Kurs. Sie soll ab 2019 über der 12%-Marke liegen. Auch sonst sei man auf gutem Weg: Unter anderem will die Zurich die Kosten um 1,5 Mrd USD senken - ausgehend vom Niveau von 2015. Davon seien bis Ende Juni bereits 550 Mio erzielt. Zudem übertreffe die geschätzte Quote des Zurich Economic Capital Model (Z-ECM) mit 134% das Ziel von 100-120%.

Weiter gab die Zurich bekannt, dass sie im dritten Quartal dazu übergehen wird, die volle Finanzberichterstattung auf den Halbjahres- und Jahresbericht zu begrenzen. Das bedeute, dass jeweils zum ersten und dritten Quartal nur Eckwerte veröffentlicht werden.

mk/uh

(AWP)