Zurich erzielt weniger Gewinn im Halbjahr - Keine News zum Konzernumbau

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
11.08.2016 09:10

Zürich (awp) - Die Zurich Insurance Group hat im ersten Halbjahr gegenüber der Vorjahresperiode einen Gewinnrückgang erlitten. Dieser kommt nicht überraschend, schliesslich haben hohe Kosten aus Naturkatastrophen sowie für den Konzernumbau das Ergebnis belastet. Die Gruppe treibt die Restrukturierung mit dem neuen CEO voran, will Details zur Strategie sowie die neuen Ziele aber erst im November anlässlich des Investorentags kommunizieren.

Der den Aktionären zurechenbaren Gewinn (NIAS) der Zurich sank im Halbjahr um 22% auf 1,61 Mrd USD. Und wie der Versicherer am Donnerstag weiter mitteilte, nahm der Betriebsgewinn (Business Operating Profit - BOP) um 2% auf 2,19 Mrd ab. Für das zweite Quartal alleine betrachtet weist die Zurich einen Gewinn von 739 Mio (-12% zum VJ) und einen BOP von 1,11 Mrd (+17%) aus. Damit hat der Versicherungskonzern die Erwartungen der Analysten übertroffen.

"Wir haben in den vergangenen sechs Monaten erhebliche Fortschritte erzielt und in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld unsere zugrunde liegende Leistung im zweiten Quartal weiter verbessert", sagte der neue CEO Mario Greco an einer Telefonkonferenz. Der starke Rückgang im Gewinn (NIAS) hat vor allem mit einmaligen Kosten für den Konzernumbau zu tun: Zusammen mit Goodwill-Abschreibungen wird im Posten "Other" eine Belastung von 187 Mio für das Halbjahr aufgeführt.

Das Geschäftsvolumen der Gruppe blieb derweil stabil bei 36,1 Mrd USD während das Eigenkapital um 1% auf 31,6 Mrd zugenommen hat. Die Kapitalquote nach dem Zurich Economic Capital Model (Z-ECM-Quote) liegt mit 107% am unteren Ende der Zielbandbreite von 100 bis 120%. Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe eine Nettorendite von 1,9%, die Gesamtrendite inklusive nicht-realisierter Kapitalgewinne belief sich auf 4,7%.

Auf Jahresbasis errechnet sich eine Eigenkapitalrendite auf Basis des Gewinns von 11,9% und zum BOP auf 11,3%. Damit fällt die Rendite etwas tiefer aus als die ursprünglich einmal angestrebten 12-14%. Allerdings hatte die Zurich unlängst signalisiert, dass dieses Ziel wohl nicht erreicht werden kann.

UNWETTER BELASTEN

In der Sachversicherung (General Insurance) hatten Unwetter in Europa und in den USA sowie die Waldbrände in Kanada das Ergebnis belastet. Demgegenüber stehen operative Verbesserungen sowie ein positiver Einfluss aus Währungsgewinnen von 92 Mio USD. Und so liegt die für die Branche wichtige Kennzahl Combined Ratio wenig verändert bei 98,4% (VJ 98,3%). Im Vergleich mit dem von Reservestärkungen und der Tianjin-Katastrophe belasteten 2015er-Wert (103,6%) gelang jedoch eine deutliche Steigerung.

Für das von den Naturkatastrophen besonders betroffene zweite Quartal weist die Zurich eine Combined Ratio in Höhe von 99,0% aus, wobei Analysten gar mit einem Anstieg auf 100% gerechnet hatten. Die Unwetter haben den Wert mit 5,8 Punkten belastet, wogegen die Auflösung von Reserven für Geschäft aus früheren Jahren lediglich eine Entlastung von 1,5 Punkten eingebracht hat.

Im Lebengeschäft (Global Life) gelang es der Zurich den BOP im Quartal über die angestrebte Marke von 350 Mio zu bringen. In den ersten sechs Monaten ging der BOP dennoch leicht um 1% auf 667 Mio zurück. Gute Gewinne in Lateinamerika und der Region EMEA seien von einem niedrigen Beitrag aus Nordamerika und höheren Schadensansprüchen aufgehoben worden, so die Zurich.

Die Geschäfte des US-Partners Farmers brachten der Zurich ein Bruttomanagementergebnis von 675 Mio USD (+3%) ein, hingegen erlitt Farmers Re wegen wetterbedingter Schäden in Texas und Problemen in der Autoversicherung einen Betriebsverlust von 19 Mio.

KAUM NEWS ZUM UMBAU

Zum derzeit laufenden Umbau hat der Konzern keine wesentlichen News kommuniziert. "Im Zuge der Vorbereitung auf den nächsten Strategiezyklus haben wir bereits Massnahmen ergriffen, um unsere Management- und Betriebsstrukturen zu vereinfachen. Dadurch werden wir unsere Kunden besser betreuen und schneller auf externe Entwicklungen reagieren können", so Greco. Von den für 2016 in Aussicht gestellten Einsparungen (300 Mio) seien bereits rund 230 Mio erreicht.

Derweil sei die Kapitalbasis der Gruppe robust und es zeichne sich ab, dass die Mittelzuflüsse in der Strategieperiode bis Ende 2016 bei mehr als 10 Mrd USD liegen werden. Ursprünglich war hier mit einem Wert von 9 Mrd gerechnet worden.

mk/gab

(AWP)