Zurich Insurance: Stabiles Volumen nach neun Monaten - Solide kapitalisiert

(Um weitere Angaben ergänzt) - Die Einnahmen der Zurich Insurance Group haben sich in den ersten neun Monaten 2017 mehr oder weniger stabil entwickelt. Auf bereinigter Basis konnte sie sowohl im grössten Geschäftsteil, der Schaden­ und Unfallversicherung (P&C), als auch im Neugeschäft der Lebensparte leicht zulegen. Die Gruppe sieht sich nach wie vor gut kapitalisiert und hofft auf ein verbessertes Preisumfeld für Versicherungen.
09.11.2017 08:51

In den Monaten Januar bis September wuchsen die Bruttoprämieneinnahmen im P&C-Geschäft auf vergleichbarer Basis um 1% auf 25,3 Mrd USD. Um Akquisitionen/Veräusserungen und Währungseinflüsse bereinigt ergibt sich derweil ein leichter Rückgang von 2%, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag heisst.

In der Region EMEA sanken die Bruttoprämien, ohne Berücksichtigung der Veräusserungen in Südafrika, Marokko und im Nahen Osten, um 2%. Einbussen musste die Zurich etwa in Deutschland, Grossbritannien und Spanien hinnehmen, wie es weiter heisst. Unbereinigt gingen die Einnahmen gar um 7% auf 11,0 Mrd USD zurück.

In Nordamerika blieb das Nichtlebenvolumen stabil bei 11,6 Mrd USD. Dabei habe das Wachstum in Bereichen mit höheren Margen den Rückgang bei Grosskunden kompensiert, heisst es dazu. In Asien-Pazifik legte die Zurich, getragen vom Zukauf des australischen Reiseversicherers Cover-More, um 5% auf 1,75 Mrd zu. Und in Lateinamerika hätten Fortschritte im Privatkundengeschäft in Brasilien und Mexiko zu einem Anstieg um 11% auf 1,96 Mrd geführt.

LEBENGESCHÄFT WÄCHST IN EUROPA UND ASIEN

In der Lebensversicherung steigerte die Zurich im Neugeschäft das Jahresprämienäquivalent (APE) auf vergleichbarer Basis um 1%, während der unbereinigte Wert auf Vorjahresniveau bei 3,47 Mrd stehen blieb. APE gilt in der Branche als Messgrösse für das Neugeschäftsvolumen.

Vor allem in Grossbritannien, Irland und der Schweiz habe man "starke" Umsätze erzielt, so die Zurich. In der Region Asien-Pazifik stieg der Umsatz auch dank der Integration der in Malaysia und Australien erworbenen Unternehmen. Und in Lateinamerika setze sich das Wachstum in Brasilien fort, während im chilenischen Firmenkundengeschäft Rückgänge verzeichnet wurden. Im vergleichsweise kleinen nordamerikanischen Markt schrumpfte das APE um knapp einen Fünftel.

Der Wert des Leben-Neugeschäfts der Zurich liegt nun bei 706 Mio USD, was auf bereinigter Basis einen Anstieg von 17% ergibt. Dazu beigetragen habe hauptsächlich das Volumenwachstum beim Risikoschutz in Brasilien, der verbesserte Geschäftsmix in Spanien und Italien sowie eine vorteilhafte Zinsentwicklung in Europa, Brasilien und Japan, heisst es.

Beim US-Partner Farmers Exchanges, für den die Zurich Dienstleistungen erbringt, wuchsen die Bruttoprämien in den Monaten Januar bis September bereinigt um 1% auf 15,2 Mrd USD. Die damit verbundenen Managementgebühren stiegen ebenfalls um 1% auf 2,17 Mrd.

"STARKE" KAPITALBASIS

Neu verzichtet die Zurich bei der Berichterstattung zu den ungeraden Quartalen auf die Veröffentlichung von Gewinnzahlen. Dafür nimmt sie zur Kapitalposition Stellung. Da lag die geschätzte Quote im firmeneigenen Z-ECM per Ende September bei 136% (Ende Juni: 134%). "Die Gruppe verfügt über eine starke Kapitalbasis", ist Finanzchef George Quinn überzeugt.

Derweil sollten die Kosten für die laufende Restrukturierung im Gesamtjahr 2017 - wie bereits angekündigt - den Betrag von 500 Mio USD nicht überschreiten. Rund 150 Mio davon werden laut Mitteilung als einmalige Aufwendungen im operativen Ergebnis (BOP) und der Rest im nicht operativen Ergebnis erfasst. Die Restrukturierung des P&C-Geschäfts sei auf Kurs, doch seien weitere Massenahmen im Underwriting zum Erreichen der Ziele nötig, so Quinn.

Rückenwind könnte es für die Branche von Seiten der Preise geben, die zuletzt unter Druck waren. George Quinn geht davon aus, dass sich die Preisgestaltung nach den verheerenden Naturkatastrophen in den USA und der Karibik über alle Bereiche hinweg verbessern wird. Wie bekannt, schätzt die Zurich die Kosten aus den Hurrikan-Katastrophen auf 700 Mio USD (620 Mio nach Steuern).

mk/uh

(AWP)