Zurich will Rentabilität verbessern und gibt Dividendenversprechen ab

(Erste Meldung mit weiteren Angaben ergänzt)
17.11.2016 08:39

Zürich (awp) - Die Zurich Insurance Group hat sich neue Finanzziele für die Zeit bis 2019 gesetzt. In der neuen Strategie legt die Zurich den Fokus auf die globale Ausrichtung und die Steigerung der Rentabilität. Dazu wurde die Organisation bereits vereinfacht und gleichzeitig dreht der Versicherer weiter an der Kostenschraube. Den Aktionären will die Zurich weiterhin "attraktive" Dividenden ausbezahlen, die das heutige hohe Niveau noch übersteigen.

Die Zurich sei ein grundsolider Versicherungskonzern, mit einer "führenden" Position im Bereich Unternehmensversicherung sowie einer starken Kapitalbasis, hält der seit März amtierende CEO Mario Greco am Donnerstag im Vorfeld eines Investorentags fest. "Wir sind gut positioniert, die Ergebnisse nachhaltig zu steigern, was es uns auf lange Sicht ermöglicht, mehr Kapital an die Aktionäre auszuschütten", verspricht Greco.

EK-RENDITE VON ÜBER 12%

Die Zurich misst ihre Erfolge in den kommenden drei Jahren unter anderem weiterhin an der Eigenkapitalrendite auf dem operativen Gewinn BOP (Business Operating Profit). Die Rendite soll 2017 über die Schwelle von 12% klettern und danach weiter ansteigen, heisst es. Bislang galt beim Return on Equity (RoE) eine Bandbreite von 12-14% als Gradmesser, wobei dieses Ziel zuletzt aufgrund operativer Problem verfehlt worden ist. Immerhin wies die Zurich vergangene Woche ein Rendite für die ersten neun Monaten 2016 von 11,9% aus.

Um die Rentabilität zu steigern, tritt der Versicherer stark auf die Kostenbremse. Bis Ende 2019 sollen die Kosten auf Basis der Ausgaben aus dem Jahr 2015 um insgesamt 1,5 Mrd USD gesenkt werden. Bis dato galt hier für die Periode 2016-18 ein Zielwert von 1 Mrd.

Das nun höhere Sparziel werde vorrangig durch eine Überprüfung von IT-Systemen, Verträgen mit Lieferanten, Shared Services-Angeboten und Beschaffungsprozessen erreicht, schreibt die Zurück. Die Sparübung gibt es aber nicht gratis und so rechnet der Konzern für die Jahre 2017 und 2018 mit Restrukturierungskosten von jeweils 500 Mio USD. Bereits für das laufende Jahr wurden Kosten für die Restrukturierung in dieser Grössenordnung budgetiert.

KUNDEN IM FOKUS

Die Organisation und die Geschäftsbereiche hat Mario Greco bereits in den vergangenen Monaten seinen Vorstellungen entsprechend auf die Zukunft ausgerichtet. Im Juni leitete er den Umbau weg von der unflexiblen Matrix- hin zur länderorientierten Struktur ein und Mitte September kündigte die Zurich die Zusammenführung des Grosskunden- und Firmenkunden-Geschäfts unter dem Dach des Bereichs "Commercial Insurance" an.

Im Bereich "Commercial" werde man die technische Expertise weiter verbessern und die einheitliche Vermarktungsstrategie stärken. Dabei könne man auf das Know-how im Management internationaler Programme für multinationale Grossunternehmen aufbauen. Unterstützend schafft die Zurich das Team Global Specialties und zudem erhalten die einzelnen Geschäftseinheiten mit direktem Kundenkontakt mehr Verantwortung.

Der Retail-Bereich soll sich gegenüber der Konkurrenz durch höhere Kundenzufriedenheit und -treue abheben. Geplant ist auch, die bestehenden Vertriebskooperationen zu vertiefen und durch neue Bankvereinbarungen zu ergänzen. Beim US-Partner Farmers Exchanges, der sich im Eigentum der Versicherungsnehmer befindet, will der Zurich-Konzern seine Gebühreneinnahmen mit Cross Selling-Massanahmen steigern.

DIVIDENDENVERSPRECHEN VON 17 CHF

Die Aktionäre sollen derweil in den kommenden Jahren nach wie vor in den Genuss "attraktiver" Dividenden kommen. Künftig will die Zurich rund 75% des den Aktionären zurechenbaren Gewinns ausschütten und mindestens 17 CHF je Aktie ausbezahlen. Mit dem Ergebnis soll künftig auch die Dividende wachsen.

Gestützt werde die Dividendenpolitik durch die angestrebte Steigerung der Rentabilität, dank moderatem Wachstum in ausgewählten Geschäftsbereichen und dem fortgesetzten Fokus, die Kapitalstärke zu bewahren. Dabei soll sich die Kapitalquote nach dem firmeneigenen Z-ECM-Modell weiterhin im Bereich von 100 bis 120% bewegen und in den kommenden drei Jahren Mittelzuflüsse von total 9,5 Mrd USD generiert werden.

mk/ra

(AWP)