Zusteigen und später zahlen: SBB testet automatische Reiseerfassung

Bern (awp/sda) - Im Herbst startet die SBB gemeinsam mit PostAuto und BLS einen Pilotversuch: Interessierte Kunden sollen im Regionalverkehr und auf ausgewählten Fernverkehrsstrecken einfach in Busse und Züge zusteigen - ohne vorgängig ein Ticket lösen zu müssen. Die Fahrten sollen automatisch erfasst und nachträglich abgerechnet werden.
06.07.2016 13:30

SBB, PostAuto und BLS wollen die technologische Grundlage für einen gemeinsamen öV-Standard schaffen. Die drei Partner haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, wie sie am Mittwoch mitteilten.

Künftig sollen Kunden im öffentlichen Verkehr "über die ganze Reisekette und für die Bezahlung und Abrechnung einen einfachen Zugang" haben.

Als Zukunftslösung arbeiten SBB, PostAuto und BLS an einer automatischen Reiseerfassung mit nachträglicher Abrechnung. Sie wollen die elektronischen Pilotprojekte von BLS (lezzgo-App) und PostAuto (CIBO) sowie allenfalls weitere Lösungen weiter entwickeln.

Voraussichtlich im Herbst soll ein Pilotversuch mit interessierten öV-Kunden erfolgen. Wie die drei Unternehmen mitteilen, ist dabei der Datenschutz gewährleistet. "Die Kunden haben stets die Möglichkeit, auch ohne elektronische Reiseerfassung zu reisen."

Ein Entscheid, ob das Projekt des elektronischen Zugangssystems auf dieser Basis weiterverfolgt werde, fällten die Partner nach Abschluss des Pilotversuchs.

Die Kooperation von SBB, PostAuto und BLS könne auch auf weitere öV- Transportunternehmen und -Verbünde ausgedehnt werden, um "eine praxistaugliche Lösung von der Branche für die Branche" zu entwickeln, heisst es in der Mitteilung.

Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kunden des öffentlichen Verkehrs, begrüsst diese Zusammenarbeit. Bislang hätten die verschiedenen Unternehmen ihre eigenen elektronischen Billettsysteme entwickelt. Das sei bemühend. "Gemeinsam ist besser als einsam", hält Pro Bahn Schweiz fest.

(AWP)