80% der Ökonomen fordern laut einer Umfrage Ende der EZB-Geldflut

Der Widerstand von Ökonomen gegen die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wächst. Laut einer Umfrage fordern mittlerweile 80 Prozent der Ökonomen noch in diesem Jahr einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, wie das Magazin "Wirtschaftswoche" am Mittwoch vorab berichtete. Die Umfrage wurde vom Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) exklusiv für das Magazin unter 330 Teilnehmern durchgeführt.
07.06.2017 10:54

Wie das Magazin weiter berichtet, bezeichneten 18 Prozent der Befragten eine Abkehr von Niedrigzinsen und den Anleihekaufprogrammen als verfrüht. Ausserdem zeige die Befragung, dass Ökonomen generell nur noch wenig Vertrauen in die Arbeit der EZB haben, resümiert bdvb-Präsident Peter Herrmann. Nur rund 13 Prozent der Umfrageteilnehmer geben der EZB-Politik die Note "gut" oder "sehr gut". 30 Prozent der befragten Ökonomen bewerten die Qualität der europäischen Geldpolitik lediglich mit "ausreichend" und 28 Prozent sogar mit der Note "mangelhaft".

Zuletzt hatte ein überraschend robuster Aufschwung in der Eurozone die EZB unter Druck gesetzt. Vor allem in Deutschland wurden Forderungen laut, dass die Notenbank ihre Geldpolitik straffen und die Geldschleusen ein Stück weit schliessen soll. Am Markt wird allgemein erwartet, dass die Notenbank allenfalls kleine Schritte in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik unternehmen wird. So wird bei der Zinssitzung an diesem Donnerstag (8. Juni) nur mit leichten Veränderungen an der Wortwahl in der offiziellen Stellungnahme der EZB gerechnet./jkr/bgf/jha/

(AWP)