Acht Schweizer Konzerne laut Studie unter gewinnstärksten Unternehmen in Europa

Acht Schweizer Konzerne finden sich laut einer Studie unter den hundert gewinnstärksten Unternehmen. Roche belegt im europäischen Gewinn-Ranking 2016 den ersten Platz - vor Nestlé (3.), Novartis (12.), ABB (69.), LafargeHolcim (72.), Richemont (88.), Swisscom (96.) und Syngenta (98.), wie aus einer am Freitag veröffentlichten Analyse des Beratungsunternehmens EY hervorgeht.
12.05.2017 08:55

Im Vergleich würden aber die börsenkotierten US-Konzerne bei der Profitabilität ihren Vorsprung nochmals ausbauen: Diese hätten gemessen an der durchschnittlichen Marge im vergangenen Jahr fast ein Drittel profitabler gewirtschaftet als die europäische Konkurrenz.

Einen der Gründe dafür sieht Marcel Stalder, CEO EY Schweiz, in der Branchenverteilung. So werde die Liste der gewinnstärksten US-Unternehmen von Marktführern der Telekommunikations- und IT-Branche, der Pharma- und Biotech- Branche und der profitableren Dienstleistungsbranche angeführt, während in Europa mehr Unternehmen der sogenannten Old Economy zuzuordnen seien. "Mit Nestlé, Roche, Novartis, Syngenta, Swisscom und TE Connectivity ist die Schweiz jedoch auch in den profitableren Branchen vertreten", so Stalder.

Zudem könne sich das Blatt im laufenden Jahr - wegen des schwachen Euro - zugunsten der europäischen Unternehmen wenden. Für die Schweizer Firmen gelte das allerdings so nicht: Der niedrige Eurokurs werde vor allem den stark internationalisierten Unternehmen im Euroraum einen Wachstumsschub geben, während für Exporte aus der Schweiz die Frankenstärke nach wie vor eine Herausforderung bleibe, erklärt Stalder. "Zwar haben sich die produzierenden Unternehmen fit gemacht und ihre Hausaufgaben erledigt, sie werden aber auch 2017 - im Gegensatz zu Unternehmen in den Euroländern - kaum von Währungseffekten profitieren können."

Noch wichtiger sei indes jedoch die fortschreitende wirtschaftliche Erholung in Europa, so Stalder. "Europa kommt wirtschaftlich wieder auf die Beine." Zudem sorge die Niedrigzinspolitik der EZB auch in der Schweiz weiter für eine hohe Liquidität und günstige Konditionen für die Finanzierung von Investitionen. Andererseits blieben jedoch auch die politischen Risiken hoch - angesichts der anstehenden Wahlen in grossen EU-Ländern.

ys/cf

(AWP)