Angebot an leeren Wohnungen in der Schweiz steigt markant

Neuenburg (awp) - In der Schweiz standen per Stichtag 1. Juni 2016 56'518 Wohnungen leer, womit sich ein Leerwohnungsbestand von 1,3% ergibt. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Zunahme um 5'436 Wohnungen oder 11%, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilt. Damit steigt die Leerwohnungsziffer auf das Niveau der Jahrtausendwende.
12.09.2016 11:20

Seit dem Tiefstand im Jahr 2009 mit 0,9% stieg die Leerstandsquote über die Jahre kontinuierlich an. Zudem habe sich die Entwicklung in den letzten drei Jahren beschleunigt, schreibt das BFS.

Eine Zunahme der leer stehenden Wohnungen hätten alle Grossregionen verzeichnet. Der höchsten Zuwachs der Leerwohnungsziffer wurde in der Tessin beobachtet, gefolgt vom Espace Mittelland und der Nordostschweiz. Etwas weniger stark fiel die Zunahme in der Genferseeregion aus, dort beträgt sie nun 1%.

Die höchste Leerwohnungsziffer ergab sich mit rund 3,6% im Kanton Appenzell Innerrhoden, gefolgt von jener des Kantons Solothurn mit rund 2,6%. Die tiefste Quote war im Kanton Zug mit 0,3% zu beobachten. Nur geringfügig höher war sie im Kantone Basel-Stadt (0,42%), Genf (0,45%) und Basel-Landschaft (0,47%).

NEUBAU- UND MIETWOHNUNGEN MIT HÖCHSTEM LEERSTAND SEIT FAST 20 JAHREN

Per Stichtag 1. Juni 2016 wurden in der Schweiz laut BFS 6'523 leer stehende Einfamilienhäuser gezählt, knapp 2% mehr als im Vorjahr. Die Zahl der unbewohnten Neuwohnungen stieg derweil innert Jahresfrist um über 1'000 Einheiten oder 14% an. Die grösste Leerstandsquote seit Mitte der 1990er-Jahre weisen Neubauwohnungen auf, davon standen insgesamt 8'768 Einheiten leer, so die Statistik.

Gleichzeitig nimmt das Angebot von Mietwohnungen gemäss BFS ebenfalls zu. Am Stichtag waren in der Schweiz 45'504 Mietwohnungen unbewohnt. Dies sei der höchste Wert seit dem Jahr 1999, in dem 49'107 Einheiten leer standen. Damit erhöhe sich der Leerwohnungsbestand bei den Mietwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 5'391 Einheiten oder um 13%. Stabil hingegen blieb das Angebot an leer stehenden und zu verkaufenden Wohnungen: Mit total 11'014 Einheiten standen laut BFS nur gerade 45 Wohnungen oder 0,4% mehr leer als im Vorjahr.

Zudem verknappe sich das Angebot an Grosswohnungen mit sechs und mehr Zimmern zunehmend. Dort nahm die Leerstandsquote um 4% ab. Gegenüber dem Vorjahr wurden aber für kleine Wohnungen mit einem bis fünf Zimmer höhere Leerstände registriert. Die Bandbreite der Zunahmen betrug zwischen 6% für 5-Zimmer-Wohnungen und knapp 20% für 2-Zimmer-Wohnungen, wie das BFS weiter schreibt. Die meisten leer stehenden Wohnungen sind gemäss Statistik in der Grösse von 3- bis 4-Zimmer zu finden.

sta/ra

(AWP)