Asiatische Gäste buchen wieder vermehrt in Schweizer Hotels

(Zusammenfassung) - Der Schweizer Tourismus profitiert vom guten Wetter und asiatischen Gästen. Im Juni wie auch im gesamten ersten Halbjahr 2017 verbuchten die Hotels mehr Übernachtungen als in den entsprechenden Vorjahresperioden.
07.08.2017 16:22

Die Schweizer Hotellerie zählte von Januar bis Juni insgesamt 17,6 Millionen Übernachtungen. Das sind fast 738'000 mehr als im ersten Semester 2016, wie die provisorische Beherbergungsstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt.

Vor allem die Monate Mai und Juni seien gut gelaufen, sagte Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das schöne Wetter über die Feiertage Pfingsten und Auffahrt hätten in den Bergregionen für mehr Gäste gesorgt.

TERRORANGST VERFLOGEN

Der Inlandtourismus bescherte den Hoteliers ein Plus von insgesamt 8,1 Millionen Logiernächte. Das entspricht gegenüber der Vorjahresperiode einer Zunahme von 4% (+310'000). Aus dem Ausland stieg die Zahl der Hotelübernachtungen noch stärker an - und zwar um 4,7% (+310'000).

Insbesondere aus Asien logierten wieder mehr Gäste in Schweizer Hotels. Hier stiegen die Übernachtungszahlen um 15,4% (+287'000), während der amerikanische Kontinent eine Zunahme um gut 10% oder 119'000 Logiernächte verbuchte.

Das sei erfreulich, seien die Gäste aus Asien und Amerika nicht zuletzt wegen Terroranschläge in Europa im vergangenen Jahr ausgeblieben, sagte Barbara Gisi, Direktorin des Schweizer Tourismus-Verbandes (STV), auf Anfrage. Zudem würde der Mittelstand in Asien wachsen und die Schweiz werde populärer.

NACHFRAGE AUS EUROPA STAGNIERT

Der schwächere Franken spiegle sich noch nicht in den Zahlen wider, sagte Gisi. So waren die Besucherzahlen aus einzelnen europäischen Ländern rückläufig. Dazu gehören insbesondere das Vereinigte Königreich (-4,1%), Frankreich (-2,7%) sowie Italien (-2,7%).

Das wichtigste und preissensitive Gästeland Deutschland verzeichnete mit 1,85 Millionen Logiernächten einen Rückgang von 0,1%. Insgesamt blieb die Nachfrage aus Europa in etwa stabil (+0,4%).

Die gegenwärtige Frankenschwäche dürfte dem Tourismus aber mittelfristig Aufwind geben. Das Image der teuren Schweiz hätte sich mit der Aufhebung des Mindestkurses verstärkt. Das habe sich nun relativiert. Bleibe der Franken auf diesem Niveau stabil oder schwäche sich noch weiter ab, dürfte sich das mittelfristig positiv auf die Logiernächte auswirken, erwartet Gisi.

FAST ALLE REGIONEN PROFITIEREN

Zehn der dreizehn Tourismusregionen wiesen im ersten Semester gemäss BFS ein Logiernächteplus auf. Vor allem das Tessin, die Region Bern und das Wallis verbuchten den stärksten Zuwachs. Dort stiegen die Übernachtungszahlen zwischen 6,8 und 8%.

Allerdings profitierten die Regionen teilweise von Sondereffekten. So hätten sich beispielsweise im Wallis die Sonderaktion im Saas-Tal, mit der Gäste von günstigeren Skipässen profitierten, sowie das Jodlerfest in Brig positiv auf die Übernachtungszahlen ausgewirkt, sagte Markus Schmid, Präsident von Hotelleriesuisse Wallis.

Rückläufig waren die Logiernächte einzig in den Regionen Jura und Drei-Seen-Land, Aargau sowie Freiburg. Hier sanken sie um bis zu 1,3%.

(AWP)