Aussenhandel im August mit Überschuss von 3,0 Mrd CHF

(Meldung ausgebaut)
20.09.2016 10:08

Zürich (awp) - Der Schweizer Aussenhandel hat im August erneut in beiden Verkehrsrichtungen zugelegt. Vor allem die chemisch-pharmazeutische Industrie war für die gute Bilanz verantwortlich. Insgesamt verflacht sich aber der seit Mitte 2015 positive Trend.

Die Exporte stiegen im Berichtsmonat arbeitstagebereinigt um 7,0% auf 16,1 Mrd CHF, real betrug das Plus noch 1,2%. Die Einfuhren stiegen derweil um 8,4% bzw. 5,1% auf 13,0 Mrd CHF, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilten. Die Handelsbilanz wies entsprechend einen Überschuss von 3,1 Mrd CHF auf.

In einer saisonbereinigten Betrachtung sanken allerdings die Exporte zum Vormonat um 0,8%, real betrug das Minus 2,1%. Die Importe nahmen um 4,6% ab (real -3,5%). Damit geht laut EZV der bisherige Wachstumstrend in beiden Verkehrsrichtungen in eine Abflachung über.

PHARMA DOMINIERT AUSSENHANDEL

Die chemisch-pharmazeutische Sparte beeinflusste laut EZV die Entwicklung in beiden Verkehrsrichtungen merklich. So nahmen die Ausfuhren der mit Abstand grössten Warengruppe nominal um 25% zu, real um 13%. Bei den Importen wares es gar 37% bzw. 25%. Exportseitig nahmen die Lieferungen von pharmazeutischen Wirkstoffen um 58% zu, jene von Medikamenten um 29% und die von immunologischen Produkten um 21%.

Insgesamt hat sich im August 2016 ein sehr heterogenes Bild zwischen den einzelnen Warengruppen gezeigt, fünf der zehn erfassten Warengruppen verzeichneten umsatzmässig eine Zunahme. Die Wachstumsraten der vier anderen expandierenden Gruppen lagen allerdings zwischen +1,1% (Metalle) und 6,3% (Textilien, Bekleidung, Schuhe) und somit weit hinter den chemisch-pharmazeutischen Produkten.

Die Uhrenexporte sind hingegen weiterhin im Formtief. Die Ausfuhren der drittgrössten Gruppe bildeten sich nominal um 12,9% zurück. Doch auch die Exporte von Maschinen und Elektronik sanken nominal um 6,0%; der Rückgang habe eine breite Produktpalette getroffen, heisst es dazu.

NORDAMERIKA STARK

Die Mehrexporte entfielen fast ausschliesslich auf Nordamerika (+22%) und Europa (+10%), heisst es weiter. Dabei stach Österreich mit +59% hervor. Aber auch die Ausfuhren ins Vereinigte Königreich (+21%), nach Frankreich (+15%) und Deutschland (+11%) seien deutlich gewachsen, getrieben von Pharmaverkäufen. Negativ entwickelte sich der Umsatz in Asien (-7%), wobei die Exporte nach Japan um 25% stiegen. Der Versand nach Lateinamerika wiederum ging insgesamt um 10% zurück.

RÜCKGANG BEI ENERGIETRÄGERN

Bei den Einfuhren verzeichneten zehn der zwölf betrachteten Warengruppen einen Anstieg. Abgesehen von den Energieträgern (-18%) und Bijouterie und Juwelierwaren (-21%) habe die Schweiz in allen Kategorien wertmässig mehr Waren importiert. Mit einem Plus von 923 Mio CHF leisteten die chemisch-pharmazeutischen Produkte den Hauptbeitrag.

Der Schwerpunkt der Importentwicklung lag in Nordamerika (+32%; USA: +28%, vor allem Verkehrsflugzeuge). Die Einkäufe aus Europa stiegen um 11%, wobei hier fast zwei Drittel des Anstiegs auf hohe Pharmaimporte aus Irland und Italien entfielen. Das Minus Asiens (-7%) rührte laut EZV grösstenteils von den Mindereinfuhren aus China (-11%) her, aber auch aus Lateinamerika wurden weniger Güter importiert (-20%).

ra/uh

(AWP)