Aussenhandel im ersten Quartal mit rekordhohem Überschuss

(Ausführliche Fassung, Fokus auf Quartal) - Die schweizerische Handelsbilanz hat im ersten Quartal mit einem neuen Rekordüberschuss geschlossen. Dabei hat sich die Chemie- und Pharmaindustrie einmal mehr als das Zugpferd des Aussenhandels erwiesen. Bemerkenswert ist, dass auch die Metallausfuhren zulegten.
27.04.2017 09:49

Von Januar bis März legten die Exporte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,5% auf 55,0 Mrd CHF zu (real +4,0%), auf arbeitstagbereinigter Basis waren die Raten allerdings mit +2,4% bzw. -0,1% deutlich geringer. Die Importe erreichten ein Niveau von 44,0 Mrd CHF, was einem nominalen Plus von 4,1% bzw. einem realen Minus von 0,4% entspricht. Auf arbeitstagbereinigter Basis entspricht dies Raten von +0,1% bzw. -4,2%, wie die Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte. Daraus ergab sich ein rekordhoher Handelsbilanzüberschuss von 11,0 Mrd CHF (bzw. 10,8 Mrd auf bereinigter Basis).

Auf saisonbereinigter Basis bzw. im Vergleich zum Schlussquartal 2016 wuchsen die Exporte um 1,5% (real -0,0%). Insgesamt tendiere die Exportentwicklung damit seit dem Tiefstand im dritten Quartal 2015 aufwärts. Die Importe gingen saisonbereinigt um 1,5% zurück (real -4,3%), wodurch sich der seit letztem Herbst registrierte Rückgang bestätigt habe.

PHARMA-BRANCHE KLAR TOP

Für das Exportwachstum massgebend war einmal mehr die chemisch-pharmazeutische Sparte, deren Volumen (26,0 Mrd) bereinigt zum Vorjahr um 8,5% anstieg. Ohne diese Branche hätte ein Minus von 2,5% resultiert, heisst es weiter in der Mitteilung. Allein die Mehrlieferungen von chemisch-pharmazeutischen Produkten beliefen sich auf 2,0 Mrd CHF.

Daneben legten auch die Ausfuhren von Metallen (+9%) und vom Segment Textilien, Bekleidung und Schuhe zu. Dieses Plus von knapp 16% kam jedoch durch Rücksendungen im Onlinehandel zustande.

SCHWACHER AUSSENHANDEL MIT UHREN

In allen anderen Warengruppen sanken die Ausfuhren. Dabei lagen die Ausfuhren von Maschinen und Elektronik nur knapp unter dem Vorjahresniveau, mit einem Minus von 3% bei den Maschinen und einem Plus von 3% in der Elektro- und Elektroniksparte.

Deutlich fiel hingegen der Rückgang aus bei den Uhren mit einem Minus von 6,8%, bei der Bijouterie und Juwelierwaren (-13%) und vor allem bei den Fahrzeugen (-16%).

Bei den Importen bestätigte sich der seit dem letzten Herbst registrierte Rückgang. Mit einer grossen Spannbreite waren 7 von 12 Warengruppen im Minus. Arbeitstagbereinigt den grössten Zuwachs verzeichneten mit +27% die Energieträger, während die Einfuhren von Bijouterie und Juwelierwaren mit -13% den grössten Rückgang aufwiesen.

Zugelegt haben auch die Einfuhren von Textilien, Bekleidung und Schuhen (+5,3%), von Metallen (+2,4%), von chemisch-pharmazeutischen Produkten (+1,7%) und von Maschinen und Elektronik (+1,2%). Deutlich weniger eingeführt wurden zudem Uhren (-7,2%) und Fahrzeuge (-4,8%).

SCHWÄCHSTER MONAT MÄRZ

Der März zeigte sich im ersten Quartal als der schwächste Monat. Arbeitstagbereinigt stagnierten die Exporte und die Importe verringerten sich um 5%. Bei den Exporten fiel ein deutliches Plus von 10% bei den Metallen auf und die Tatsache, dass die Flugzeugausfuhren um die Hälfte gesunken sind.

Für die gesunkenen Importe waren einmal mehr die Bijouterie und Juwelierwaren (-16%) und die Flugzeuge (-78%) verantwortlich. Aber auch 9% weniger chemisch-pharmazeutische Produkte wurden importiert. Die Handelsbilanz im März schloss mit einem Überschuss von 3,1 Mrd CHF (bereinigt 2,8 Mrd CHF).

(AWP)