Aussenhandel im Juli mit Überschuss von 2,9 Mrd CHF

(Ergänzt mit weiteren Details, v.a. Länder und Branchen)
23.08.2016 10:12

Zürich (awp) - Der Schweizer Aussenhandel hat im Juli zugelegt. Die Exporte sanken zwar gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5% auf 17,7 Mrd CHF (real -6,6%). Der Berichtsmonat zählte allerdings zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahr, so dass sich bereinigt ein nominales Plus von 7,9% und real ein solches von 2,4% ergibt.

Die Importe legten derweil um 2,0% auf 14,8 Mrd CHF (real -1,2%) zu, auf bereinigter Basis waren es +11,8% bzw. +8,2%. Die Handelsbilanz schloss somit im Berichtsmonat mit einem Überschuss von 2,9 Mrd CHF, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte.

In einer saisonbereinigten Betrachtung stiegen die Exporte zum Vormonat um 3,5%, real betrug das Plus 5,5%. Die Importe nahmen um 9,1% zu (real +9,2%). Dies bestätigt nach Ansicht der EZV den deutlichen Aufwärtstrend der letzten Monate.

AUSSENHANDEL NIMMT FAHRT AUF

Der Aussenhandel habe im Juli an Fahrt gewonnen, so die EZV. Dabei hätten die chemisch-pharmazeutischen Produkte die Ergebnisse in beiden Verkehrsrichtungen massgeblich bestimmt. Doch auch die Exporte von Maschinen und Elektronik hätten zugelegt. Sieben der zehn erfassten Warengruppen verzeichneten laut EZV umsatzmässig eine Zunahme.

Die Uhrenexporte blieben aber weiterhin im Formtief. Die Ausfuhren der drittgrössten Gruppe bildeten sich nominal um 5,9% zurück. Am anderen Ende der Spannweite (arbeitstagsbereinigt) standen mit +37% die Bijouterie und Juwelierwaren. Die Ausfuhren von chemisch-pharmazeutischen Produkte nahmen um 10,7% zu, die Exporte von Nahrungs- und Genussmitteln um 10,6%.

Nach Exportdestinationen betrachtet lagen mit Ausnahme von Afrika (-29%) und Ozeanien (-11%) alle Kontinente im Plus. Zweistellig wuchsen die Exporte nach Nordamerika (+14 %; USA: +15 %) und Asien (+12%). Hier hätten insbesondere Japan (+37%) und China (+14%) das Ergebnis geprägt. Nach Europa gingen 7% (EU: +8%) mehr Waren.

RÜCKGANG BEI ENERGIETRÄGERN

Bei den Einfuhren verzeichneten elf der zwölf betrachteten Warengruppen einen Anstieg. Abgesehen von den Energieträgern (-6%) habe die Schweiz in allen Kategorien wertmässig mehr Waren importiert. Mit einem Plus von 948 Mio CHF (+33%) leisteten ebenfalls die chemisch-pharmazeutischen Produkte den Hauptbeitrag.

Aus fast allen Kontinenten bezog die Schweiz mehr Waren, vor allem aus Nordamerika (+38%; USA: +39%) und hier vor allem Verkehrsflugzeuge. Die Einkäufe aus Europa stiegen um 12%. Das Plus Asiens (+2%) rührte laut EZV grösstenteils von den Mehreinfuhren aus Vietnam her, aber auch von den um einen Drittel gestiegenen Bezügen aus Hongkong und Südkorea. Einzig aus Lateinamerika wurden weniger Güter importiert (-23%).

ra/uh

(AWP)