Aussenhandel im Juni mit Überschuss von 2,81 Mrd CHF - Exportrekord im Halbjahr

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Schweizer Aussenhandel hat sich im Juni 2017 in beide Richtungen positiv entwickelt. Für das gesamte erste Halbjahr wurde damit bei den Exporten ein Rekord erzielt, wobei sich vor allem die Chemie- und Pharmaindustrie markant steigerte und die Uhrenindustrie die Talfahrt stoppte. Auch bei den Importen gab es ein Mehrjahreshoch.
20.07.2017 09:19

Im Juni weist der Aussenhandel einen Überschuss von 2,81 Mrd CHF aus, dies bei Exporten von 18,74 Mrd und Importen von 15,93 Mrd CHF. Die Importe hätten sich dabei doppelt so dynamisch entwickelt wie die Exporte, schreibt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag.

Konkret stiegen die Exporte nominal um 2,7% und real um 2,5%, bei den Importen waren es 7,8% bzw. 2,6%. Arbeitstagsbereinigt war die Entwicklung noch ausgeprägter. So wuchsen die Exporte um 6,2% (real: +3,4%) und die Importe um 12,9% (real: +5,2%).

Ausfuhrseitig hätten die Bijouterie und Juwelierwaren erheblich für Schub gesorgt, während es importseitig die chemisch-pharmazeutischen Produkte gewesen seien, heisst es weiter. Die Schweizer Uhrenexporte stiegen gegenüber der Vorjahresperiode nominal um 5,3% auf 1,73 Mrd CHF, real waren es +7,1%.

ACHT-JAHRES-HOCH BEI DEN IMPORTEN

Für das gesamte erste Halbjahr weist der Aussenhandel einen Überschuss von 18,96 Mrd CHF aus, bei Exporten von 109,62 Mrd CHF und bei Importen von 90,65 Mrd CHF. Die Exporte stiegen dabei nominal um 4,4% und real um 2,6%, die Importe um 4,8% und 0,8%. Während die Exporte damit einen neuen Rekordstand aufwiesen, hätten die die Importe den höchsten Wert seit acht Jahren erreicht, heisst es weiter.

Bei den Exporten seien zwei Drittel der Steigerung auf chemisch-pharmazeutische Produkte zurückzuführen, heisst es weiter. In absoluten Zahlen seien bei den immunologischen Wirkstoffen die Ausfuhren um 1,2 Mrd CHF, bei den Medikamenten um 993 Mio CHF und bei den pharmazeutischen Wirkstoffen um 889 Mio CHF gestiegen.

Dagegen stagnierten laut den Angaben die zweit- und drittgrössten Sparten "Maschinen und Elektronik" sowie "Uhren". Letztere hätten damit - auch auf Halbjahressicht - den Abwärtstrend der letzten anderthalb Jahre gestoppt, wird betont.

Bei der Unterscheidung nach Absatzmärkten entwickelten sich Nordamerika (+7%) und Asien (+6%) dynamischer als Europa (+4%). Innerhalb von Europa nahmen allerdings die Ausfuhren in den wichtigen Markt Deutschland um 7% zu.

WENIGER FLUGZEUGE AUS DEN USA

Das Nachfrageplus bei den Importen verteile sich auf eine breite Güterpalette, wobei die Energieträger am deutlichsten zulegten - jedoch in erster Linie preisbedingt. Den höchsten Beitrag zur gesamten Steigerung lieferten laut den Angaben auch in dieser Verkehrsrichtung die chemisch-pharmazeutischen Produkte.

Unterschieden nach Regionen führte die Schweiz abgesehen von Nordamerika aus allen Kontinenten mehr Güter ein, wie die EZV weiter schreibt. Das Minus von Nordamerika wird mit dem Fahrzeugbereich begründet, weil im Vorjahr noch mehrere Verkehrsflugzeuge aus den USA eingeführt worden seien.

rw/ra

(AWP)