Aussenhandel im November mit Überschuss von 3,6 Mrd CHF - Schwacher Monat

(Erweiterte Fassung)
20.12.2016 11:50

Zürich (awp) - Der Schweizer Aussenhandel hat sich im November eingetrübt. Die Exporte legten nominal zwar um 2,5% auf 18,8 Mrd CHF zu. Arbeitstagbereinigt - der November 2016 umfasste einen Wochentag mehr als der entsprechende Vorjahresmonat - waren es allerdings 2,1% weniger (real: -3,7%).

Die Importe sanken nominal um 0,4% auf 15,2 Mrd CHF, bereinigt um den Arbeitstag waren es hier -4,9% (real: -6,1%). In der Handelsbilanz resultierte damit ein hoher Überschuss von 3,6 Mrd CHF, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte.

Auf saisonbereinigter Basis (gegenüber dem Vormonat) bildeten sich die Exporte um 3,1% zurück (real: -0,4%), wobei das Niveau auf den niedrigsten Stand seit September 2015 zurückgefallen ist, wie es heisst. Bei den Einfuhren lag das saisonbereinigte Minus bei 4,6% (real: -4,2%). Hier weist die Tendenz laut EZV seit Jahresmitte 2016 nach unten.

GRÖSSTE BRANCHEN STAGNIEREN

Der Berichtsmonat präsentierte (arbeitstagbereinigt) laut EZV bei den Branchen eine grosse Bandbreite zum Vorjahr von -23% (Fahrzeuge; Flugzeuge) bis zu +15% (Textilien, Bekleidung und Schuhe; Rücksendungen). Während die beiden exportgrössten Sparten (Chemie/Pharma, Maschinen/Elektronik) mehr oder weniger stagnierten, sanken die Ausfuhren von Uhren und damit der drittgrössten Warengruppe um fast einen Zehntel.

Im Detail sah es bei den grössten Branchen so aus: Bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten neutralisierten die rückläufigen Verkäufe von pharmazeutischen Wirkstoffen (-16%) den Mehrabsatz von immunologischen Produkten (+12%). Der leichte Anstieg in der Maschinensparte rührte von den nichtelektrischen Kraftmaschinen her, während der Versand von Geräten der Elektroindustrie und der Elektronik insgesamt rückläufig war.

Abgesehen von Nordamerika (+1%) reduzierten sich den Angaben zufolge die Exporte nach allen bedeutenden Kontinenten. Um 3% sanken die Ausfuhren nach Europa (EU: -4%), bedingt durch rückläufige Pharma-Verkäufe in Österreich (-33%) und in Grossbritannien (-14%), bei letzterem hätten dabei auch gesunkene Fahrzeuglieferungen eine Rolle gespielt.

Ferner gingen die Ausfuhren nach Frankreich um 8% zurück, während die die Exporte nach Belgien innert Jahresfrist um 18% zulegten. Der Absatz in Asien verringerte sich insgesamt um 1%. Stark gegensätzlich fiel hier das Exportgeschäft in Japan (-16%) und China (+12%) aus.

MEHR FAHRZEUGE IMPORTIERT

Bei den Importen verzeichneten drei Viertel der Warengruppen einen Nachfragerückgang. Wertmässig 90% des Minus entfiel allein auf die beiden Warengruppen Bijouterie und Juwelierwaren (-35%) sowie chemisch-pharmazeutische Produkte (-9%). Bei letzteren reduzierten sich namentlich die Importe von pharmazeutischen Wirkstoffen um zwei Fünftel. Auf der Plusseite fielen die Fahrzeuge mit +8% auf, wobei die Importe von Personenautos auf Stückbasis um 4% höher ausfielen.

Die Einfuhren aus Nordamerika in die Schweiz legten wertmässig um 6% zu, dagegen sanken die Importe aus den übrigen grossen Wirtschaftsräumen. Deutlich war der Rückgang bei Lateinamerika (-9%) und Asien (-8%). Bei Letzteren standen einem kräftigen Minus Singapurs (-56%) bzw. Chinas (-10%) markant höhere Zufuhren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (+150%) gegenüber. In Europa (-5%; EU: -6%) beeinträchtigte eine massive Importabnahme aus Irland (-45%) das Gesamtergebnis, ausserdem nahmen die Einfuhren aus Grossbritannien um 11% ab.

uh/rw

(AWP)