BAK erhöht BIP-Prognosen für 2016 und 2017 - Schwungvolle Schweizer Wirtschaft

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
13.09.2016 11:25

Zürich (awp) - Das Prognoseinstitut BAK Basel hat die Schweizer BIP-Prognose für das laufende und das kommende Jahr deutlich angehoben. Den Ausschlag dazu gab laut Mitteilung vom Dienstag das "überraschend schwungvoll" ausgefallene Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr.

Neu rechnen die Ökonomen von BAK Basel im laufenden Jahr mit einem BIP-Wachstum in der Schweiz von 1,6% (bisher 1,0%). Vor allem die Exporte hätten sich besser als erwartet entwickelt, so das Institut. Für das zweite Halbjahr 2016 liessen aktuelle Indikatoren jedoch auf eine wieder etwas gemächlichere Gangart schliessen.

Die Schweizer Wirtschaft habe sich im ersten Halbjahr 2016 "überraschend dynamisch" entwickelt, wobei sich die Güterausführ seit Ende 2015 spürbar beschleunigt habe, heisst es weiter. Dies sei vor allem den stark expandierenden Pharma-Exporten zu verdanken, aber auch viele andere Bereiche hätten eine zaghafte Erholung gezeigt.

Grund für Optimismus sieht die BAK Basel auch darin, dass im Juli von den grossen Warengruppen einzig die Uhren weniger Ausfuhren verzeichnet haben.

UNSICHERHEITEN DÄMPFEN INVESTITIONSBEREITSCHAFT

Das Institut macht allerdings auch Problembereiche aus, welche die Auswirkungen des starken Schweizer Frankens und der wenig dynamischen Weltwirtschaft noch immer spüren. So sei der Bedarf an Erweiterungsinvestitionen angesichts des moderaten Konjunkturverlaufs vielerorts gering. Für Verunsicherung bei den Unternehmen sorgten ausserdem die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und der Unternehmenssteuerreform.

Die verhaltene Investitionsbereitschaft komme auch in der schwachen Entwicklung des Arbeitsmarktes zum Ausdruck. Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente liege die Beschäftigung im ersten Halbjahr um 0,2% unter dem Vorjahresniveau, so BAK Basel. Zudem zeigten die zuletzt wieder schwächeren Werte des hiesigen Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie, dass sich die konjunkturelle Dynamik nach der recht kräftigen Erholung vom ersten Halbjahr 2016 wieder abgeschwächt habe.

Im dritten und vierten Quartal rechnen die BAK-Ökonomen daher mit etwas geringeren Wachstumsraten von 0,3 bzw. 0,4% gegenüber dem Vorquartal zu rechnen.

GRADUELLE BESCHLEUNIGUNG

Für die Jahre 2017 und 2018 erwartet BAK Basel eine graduelle Beschleunigung des Schweizer BIP-Wachstums auf 1,7% bzw. 2,0%. Die bisherigen Prognosen für die beiden genannten Jahre hatten auf +1,5% und +2,0% gelautet. Damit werde die heimische Wirtschaft ein höheres Wachstumstempo als die Wirtschaft der Eurozone erreichen, heisst es.

Zur Beschleunigung beitragen dürfte der Schweizer Franken, der sich laut BAK-Prognosen bis Ende 2018 zum Euro auf 1,15 CHF abschwächen soll. Damit werde auch der Margendruck für Schweizer Unternehmen nachlassen. Weiter werde sich der gegenwärtige Investitionsstau auflösen, sobald aktuelle Unsicherheitsfaktoren wie die Umsetzung der MEI in den Hintergrund träten. Und zudem sei auch in der Weltwirtschaft mit einer moderaten Beschleunigung zu rechnen.

Die konjunkturelle Erholung werde allmählich auch den Schweizer Arbeitsmarkt und die angeschlagene Konsumentenstimmung erfassen. BAK Basel sieht die saisonbereinigte Arbeitslosenquote in den kommenden Quartalen und 2017 bei 3,4% und 2018 bei 3,2%.

ra/rw/mk/uh

(AWP)