BAK-Konjunkturforscher erwarten 2020 schwächeren Wirtschaftsrückgang als bisher

Die Konjunkturforscher von BAK Economics gehen für 2020 von einem etwas weniger starken Wirtschaftseinbruch aus als bisher erwartet. Die Coronakrise werde die Schweiz aber noch weit in das nächste Jahr begleiten und die wirtschaftliche Erholung bremsen.
09.09.2020 18:35

Für das Jahr 2020 prognostizieren die Ökonomen des Basler Wirtschaftsforschungsinstituts noch einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 4,5 Prozent, wie sie am Mittwoch mitteilten. In der letzten Prognose vom Juni waren sie noch von einem BIP-Einbruch von 5,8 Prozent ausgegangen.

Für das nächste Jahr 2021 geben sich die BAK-Experten allerdings zurückhaltender als bisher: Sie erwarten nun noch ein BIP-Wachstum von 3,7 Prozent respektive - bereinigt um Sportereignisse - von 3,4 Prozent. Im Sommer hatten sie noch ein Wachstum von 6,0 Prozent prognostiziert.

Die Coronakrise habe 2020 zu einem zunächst ausgeprägten V-förmigen Verlauf geführt, schreibt die BAK in ihrer Mitteilung. Der Einbruch im zweiten Quartal sei massiv verlaufen, wenngleich er etwas weniger dramatisch ausgefallen sei als zwischenzeitlich befürchtet. Für das dritte Quartal zeichne sich eine starke Erholung ab - ein erheblicher Teil des Einbruchs könne bereits wieder wettgemacht werden.

Die BAK-Ökonomen gehen aber davon aus, dass die Coronakrise auch weiterhin "Sand in das Getriebe" der Wirtschaft streuen werde. Zwar erwarten sie keinen neuen Lockdown, aber werde es zahlreiche "punktuelle Massnahmen" geben.

Nach der sprunghaften Wiederbelebung im dritten Quartal werde die konjunkturelle Dynamik im Winterhalbjahr 2020/21 daher nochmals versiegen, glauben die Wirtschaftsforscher. Eine nachhaltige Verbesserung erwarten sie erst mit der breitflächigen Verfügbarkeit eines Impfstoffs, dies werde aber erst ab Mitte 2021 der Fall sein.

tp/jb

(AWP)