Bank of England greift nach Brexit-Votum ein - senkt Leitzins

(Ausführliche Fassung)
04.08.2016 13:18

LONDON (awp international) - Die britische Notenbank hat sechs Wochen nach dem Brexit-Votum den Leitzins gesenkt. Der Zinssatz werde von 0,50 Prozent auf 0,25 Prozent verringert, teilte die Bank of England am Donnerstag in London mit. Damit liegt der Zinssatz auf einem neuen Rekordtief.

Bankvolkswirte hatten wegen der Unsicherheiten seit dem Votum der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union mehrheitlich mit einer Zinssenkung gerechnet. Bei einer ersten Zinssitzung nach dem Votum hatte die Notenbank Mitte Juli noch von einer Leitzinssenkung abgesehen.

Ausserdem hat die britische Notenbank überraschend ihr Wertpapierkaufprogramm ausgeweitet. Die Währungshüter erhöhten das angepeilte Gesamtvolumen von derzeit 375 Milliarden Pfund auf 435 Milliarden Pfund. Die Entscheidung bedeutet, dass die Notenbank nun wieder Wertpapiere kaufen wird. Das bisherige Gesamtvolumen war bereits ausgeschöpft gewesen. Bankvolkswirte waren mehrheitlich von einem unveränderten Volumen ausgegangen

BOE KAUFT AUCH UNTERNEHMENSANLEIHEN

Darüber hinaus wird die Notenbank künftig Unternehmensanleihen kaufen. Über 18 Monate sollen Papiere im Wert von bis zu 10 Milliarden Pfund erworben werden, hiess es weiter. Die Aussichten für die britische Wirtschaft hätten sich nach dem Brexit-Votum deutlich abgeschwächt, so die Währungshüter.

Trotz des Brexit-Votums rechnet die Bank of England aber nicht mit einem Abrutschen der britischen Wirtschaft in die Rezession. Vielmehr gehen die Währungshüter davon aus, dass die Wirtschaft nach einem starken ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte weiterhin noch etwas wachsen wird. Nach zum Teil sehr schwachen Stimmungsdaten aus der britischen Wirtschaft hatten einige Experten eine Rezession in Grossbritannien erwartet./jkr/tos/stb

(AWP)